Wellensittiche richtig füttern
Wellensittiche fressen Körner, aber eine handelsübliche Körnermischung allein reicht nicht aus. Viele Mischungen enthalten zu wenig Abwechslung und führen auf Dauer zu Mangelerscheinungen oder Übergewicht. Füttern Sie artgerecht: mit einer abwechslungsreichen Samenmischung, täglich Frischfutter und immer verfügbaren Mineralien.
Was Wellensittiche in der Natur fressen
In ihrer australischen Heimat passen sich Wellensittiche den Jahreszeiten an. Je nach Regen- und Trockenperiode finden sie unterschiedliche Wildsamen, Gräser, junges Blattgrün, Knospen, Rinde und Wildfrüchte. Dieses natürliche Vorbild sollten Sie bei der Fütterung im Käfig nachahmen. Der Speiseplan sollte so abwechslungsreich sein wie möglich, nicht nur aus einer Samensorte bestehen.
Der Verdauungstrakt der Vögel ist auf harte Körner ausgelegt. Im Muskelmagen werden die Samen zerkleinert. Dabei helfen kleine mineralische Partikel, die der Vogel gezielt aufnimmt und dort speichert. Diese Partikel werden als Grit bezeichnet.
Gute Körnermischungen erkennen
Viele handelsübliche Mischungen enthalten zu viel von einer einzigen Sorte und zu wenig Abwechslung. Häufig enthalten sie Fettfutter wie Sonnenblumenkerne oder Nussstückchen, die für Wellensittiche zu energiereich sind. Eine artgerechte Mischung besteht aus vielen verschiedenen Hirsearten und Grassamen.
Achten Sie auf der Verpackung auf die Zusammensetzung. Je mehr verschiedene Samen genannt werden, desto besser. Mischungen mit zugesetztem Zucker, Honig oder Farbstoffen sollten Sie besser im Regal lassen. Auch die Körnergröße zählt: Wellensittiche brauchen kleine Samen, große Bohnen oder Maisstücke picken sie nicht auf.
Ein weiteres Problem ist das Aussortieren. Wellensittiche picken sich die Lieblingssamen heraus und lassen den Rest liegen. Geben Sie die Tagesportion am besten auf einmal und füllen Sie erst nach, wenn der Napf leer ist. So kommt der Vogel auch an die Sorten, die er weniger gern frisst.
Frischfutter täglich anbieten
Wellensittiche fressen in der Natur auch Blattgrün, Knospen und Früchte. Im Käfig liefert Frischfutter Vitamine und Abwechslung. Geeignet sind Karotte, Gurke, Fenchel, Paprika, Zucchini, Salat, Löwenzahnblätter und Vogelmiere. Obst wie Apfel, Birne oder Beeren gehört nur in kleinen Mengen ins Futter, weil es viel Zucker enthält.
Viele Wellensittiche kennen Frischfutter nicht und ignorieren es zunächst. Gewöhnen Sie die Tiere geduldig daran. Bieten Sie das Futter jeden Morgen frisch an und entfernen Sie Reste nach ein paar Stunden, damit nichts verdirbt. Manche Vögel fressen Gemüse eher, wenn es in kleinen Stücken im Napf liegt oder mit einer Wäscheklammer am Gitter hängt. Auch gemeinsames Essen hilft: Wenn die Wellensittiche sehen, dass Sie selbst an einer Karotte oder einem Salatblatt knabbern, fassen sie eher Vertrauen.
Ungeeignet sind Avocado, Schokolade, Kaffee, Alkohol und stark gesalzene oder gewürzte Speisen. Avocado ist für Vögel giftig, Zwiebeln und Knoblauch gehören ebenfalls nicht ins Futter.
Mineralien und Grit bereitstellen
Wellensittiche brauchen dauerhaft Zugang zu Mineralien. Grit besteht aus kleinen mineralischen Partikeln und unterstützt den Muskelmagen beim Zerkleinern der Körner. Stellen Sie Grit am besten in einem eigenen Napf bereit, damit der Vogel die Menge selbst bestimmen kann.
Sepiaschale, auch Tintenfischknochen genannt, liefert Kalk und dient gleichzeitig dem Schnabelabrieb. Ein Mineralstein im Käfig ergänzt das Angebot. Diese Zusätze sollten immer verfügbar sein, nicht nur gelegentlich.
Vitamine und Probiotika nur gezielt einsetzen
Hersteller bieten Vitamintropfen und Probiotika für das Trinkwasser an. Ein gesunder Wellensittich mit abwechslungsreicher Ernährung braucht diese Zusätze nicht. Zusätzliche Vitamine können sogar schaden, weil der Körper fettlösliche Vitamine wie A und D speichert und eine Überdosierung zu Vergiftungen führt. Geben Sie solche Mittel nur nach Absprache mit einem Tierarzt, der sich mit Vögeln auskennt, zum Beispiel bei Krankheit, während der Mauser oder nach einer Antibiotikabehandlung. Probiotika können dann die Darmflora stützen.
Knabberstangen weglassen
Knabberstangen aus dem Zoofachhandel sind für Wellensittiche meist ungeeignet. Sie bestehen oft aus zucker- oder honighaltigen Bindemitteln, fettigen Samen und künstlichen Zusätzen. Der Vogel frisst davon leicht zu viel und nimmt einseitig Energie auf. Als gelegentliche Beschäftigung ist ein Stück Kolbenhirse die bessere Wahl.
Futter richtig lagern
Körnermischungen enthalten Fette, die mit der Zeit ranzig werden, und ziehen manchmal Lebensmittelmotten an. Kaufen Sie deshalb am besten kleinere Gebinde, die Sie in wenigen Wochen aufbrauchen, statt eines großen Vorratsbeutels. Lagern Sie das Futter am besten luftdicht, kühl und dunkel, zum Beispiel in einem Schraubglas oder einer verschließbaren Box.
Bei neu gekauftem Futter hilft es, die Packung für zwei Tage einzufrieren. Das tötet eventuelle Motteneier ab. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob sich Schädlinge oder Schimmel im Futter breitgemacht haben, und werfen Sie befallene Ware weg. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung sollten Sie im Blick behalten. Trinkwasser stellen Sie täglich frisch bereit und reinigen den Napf regelmäßig.