Wann Spezialfutter mit dem Tierarzt abgesprochen werden muss
Spezialfutter, auch Diätfutter genannt, unterstützt die Behandlung von kranken Tieren. Ob Sie es ohne tierärztliche Abstimmung kaufen können, hängt von der Diagnose ab: Wenn Ihr Tier krank ist, gehört die Abstimmung mit dem Tierarzt zur Behandlung. Bei gesunden Tieren ist keine tierärztliche Abstimmung nötig.
Was Diätfutter leistet
Diätfutter für Hunde und Katzen unterstützt die Behandlung bei verschiedenen Erkrankungen. Dazu gehören Blasen- und Harnwegsprobleme, Nieren- und Lebererkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden, Haut- und Futtermittelallergien, Diabetes, Stress, Übergewicht und Gelenkprobleme. Das Futter entlastet den Körper oder liefert gezielt Nährstoffe, die bei der Krankheit fehlen. Bei einer Nierenerkrankung etwa wird der Eiweiß- und Phosphatgehalt reduziert, bei einer Futtermittelallergie werden bestimmte Proteinquellen weggelassen.
Wichtig: Diätfutter hilft nur, wenn die Diagnose stimmt. Wenn Sie Ihrem Hund bei einer vermuteten Allergie einfach ein anderes Futter geben, ohne zu wissen, worauf er reagiert, kann das die Symptome verschlimmern. Deshalb stellt der Tierarzt die Diagnose und wählt das passende Futter aus.
Wann der Tierarzt entscheidet
Wenn Ihr Tier krank ist und der Tierarzt die Diagnose gestellt hat, gehört das Diätfutter in den Behandlungsplan. Das gilt für alle Erkrankungen, die sich mit Futter beeinflussen lassen. Der Tierarzt stellt fest, ob eine Nierenschwäche, eine Allergie oder ein Magen-Darm-Problem vorliegt, und wählt dann das passende Futter. Er berücksichtigt den Schweregrad der Erkrankung, das Alter des Tieres und weitere Faktoren wie andere Medikamente.
Probieren Sie dann kein Spezialfutter einfach aus. Der Tierarzt kennt die Zusammensetzung der Produkte und beurteilt, ob sie für Ihren Fall geeignet sind. Er kontrolliert außerdem, ob das Futter wirkt, und passt Menge oder Sorte an, wenn sich der Zustand des Tieres ändert. Ohne diese Begleitung kann das Futter wirkungslos bleiben oder sogar schaden.
Wann Sie ohne Tierarzt einkaufen können
Bei gesunden Tieren können Sie Spezialfutter meist ohne Tierarzt kaufen. Viele Futtermittel werden als Spezialnahrung beworben, obwohl sie keine medizinische Indikation haben. Dazu gehören etwa Futter für empfindliche Mägen, für glänzendes Fell oder für ältere Tiere. Solche Produkte sind frei verkäuflich. Sie müssen sie nicht mit dem Tierarzt absprechen, solange Ihr Tier keine diagnostizierte Erkrankung hat.
Auch bei Übergewicht können Sie auf kalorienreduziertes Futter umstellen, ohne zum Tierarzt zu müssen. Allerdings gilt auch hier: Bei starkem Übergewicht oder zusätzlichen Beschwerden ist eine tierärztliche Beratung sicherer. Der Tierarzt kann feststellen, ob eine Grunderkrankung das Gewichtsproblem verursacht.
Wann eine Abstimmung nötig ist
Gehen Sie zum Tierarzt, wenn Ihr Tier wiederkehrende Beschwerden hat. Dazu gehören häufiger Durchfall, Erbrechen, Hautausschläge, übermäßiger Juckreiz, vermehrter Durst, häufiges Urinieren oder auffällige Veränderungen beim Fressen. Diese Anzeichen deuten auf eine Erkrankung hin. Lassen Sie diese abklären, bevor Sie ein Spezialfutter wählen.
Wenn Ihr Tier bereits chronisch krank ist, etwa Diabetes oder Nierenprobleme hat, besprechen Sie jede Futterumstellung mit dem Tierarzt. Der Tierarzt prüft, ob das neue Futter mit den Medikamenten zusammenpasst und ob es den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst. Eine eigenmächtige Umstellung kann die Wirkung der Medikamente verändern oder den Zustand verschlechtern.
Auch die Zusammensetzung des Futters ist ein Hinweis. Wenn ein Produkt ausdrücklich für eine bestimmte Erkrankung beworben wird, etwa als Nierendiät oder Allergiefutter, verwenden Sie es nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt. Solche Produkte sind für kranke Tiere gedacht. Bei gesunden Tieren können sie zu Mangelerscheinungen führen, weil sie gezielt Nährstoffe reduzieren.
Was Sie beim Kauf beachten sollten
Schauen Sie sich die Herstellerangaben an. Seriöse Anbieter von Spezialfutter geben an, für welche Erkrankung das Produkt geeignet ist und wie es zusammengesetzt ist. Manche Hersteller bieten zusätzlich eine Beratung durch Tierärzte und Ernährungsexperten an, etwa online. Diese Beratung kann Ihnen helfen, das richtige Produkt auszuwählen. Sie ersetzt aber nicht die Untersuchung durch Ihren eigenen Tierarzt, wenn Ihr Tier krank ist.
Beachten Sie: Die Regeln für Tierarzneimittel gelten nicht für Futter. Medikamente für Tiere dürfen häufig direkt beim Tierarzt bezogen werden. Diätfutter ist davon unabhängig und im Handel erhältlich. Das bedeutet aber nicht, dass Sie bei einer Erkrankung auf die tierärztliche Abstimmung verzichten können. Die freie Verfügbarkeit sagt nur etwas über den Verkauf aus, nicht über die medizinische Notwendigkeit.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Tier Spezialfutter braucht, fragen Sie Ihren Tierarzt. Er kann anhand einer Untersuchung feststellen, ob eine Erkrankung vorliegt und welches Futter sinnvoll ist. Das kostet Zeit und unter Umständen Geld. Es spart aber im Zweifel eine falsche Ernährung, die den Zustand des Tieres verschlechtert.