Tierfutter richtig auswählen und lagern
Ob Ihr Tier alle Nährstoffe bekommt und das Futter bis zur letzten Portion frisch bleibt, hängt von der Futterwahl und der Lagerung ab. Passen Sie das Futter an Lebensphase und Gesundheitszustand des Tieres an und lagern Sie es kühl, trocken und dunkel. So vermeiden Sie verdorbene Reste, unnötige Kosten und Magenprobleme.
Futter an Lebensphase und Bedürfnis anpassen
Jungtiere, ausgewachsene Tiere und Senioren haben unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse. Welpen und Kitten brauchen in der Regel mehr Energie und ein anderes Mineralstoffverhältnis als erwachsene Tiere. Ältere Tiere kommen oft mit weniger Kalorien aus, benötigen aber angepasste Eiweißanteile und manchmal Zusätze für Gelenke oder Verdauung. Achten Sie deshalb auf die Angabe, für welche Lebensphase das Futter bestimmt ist. Ein Futter für ausgewachsene Hunde deckt den Bedarf eines heranwachsenden Welpen nicht zuverlässig ab.
Auch der Alltag des Tieres spielt eine Rolle. Ein Jagdhund mit viel Auslauf oder eine freilaufende Katze verbrennt mehr Energie als eine ruhige Wohnungskatze. Die Fütterungsmenge auf der Verpackung ist ein Richtwert, keine feste Vorgabe. Beobachten Sie Gewicht und Kondition Ihres Tieres und passen Sie die Portion an. Bei Übergewicht, Nierenproblemen oder anderen Erkrankungen sollte der Tierarzt entscheiden, welches Futter Ihr Tier bekommt.
Deklaration und Inhaltsstoffe prüfen
Die Zutatenliste verrät am meisten über die Qualität eines Futters. Sie ist nach Gewichtsanteil sortiert, das heißt, die zuerst genannten Zutaten machen den größten Teil aus. Benennen die Hersteller konkrete Tierarten wie Huhn, Rind oder Lachs, wissen Sie, was im Futter steckt. Vage Angaben wie tierische Nebenerzeugnisse sagen wenig über Herkunft und Qualität aus. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Futter schlecht ist, aber Sie haben dann weniger Kontrolle über die Zusammensetzung.
Neben der Zutatenliste sollten Sie auch die analytischen Bestandteile prüfen, also die Anteile an Rohprotein, Fett, Feuchtigkeit und Rohfaser. Diese Werte helfen, Futter miteinander zu vergleichen. Marketingbegriffe wie natürlich oder premium sind nicht gesetzlich geschützt und sagen nichts über den tatsächlichen Inhalt aus. Verlassen Sie sich auf die Deklaration und auf Hersteller, die ihre Rezepturen offenlegen.
Futter kühl, trocken und dunkel lagern
Trockenfutter verträgt weder Feuchtigkeit noch Wärme noch direktes Sonnenlicht. Feuchtigkeit lässt Schimmel entstehen, Wärme beschleunigt das Ranzigwerden der enthaltenen Fette. Bewahren Sie Trockenfutter deshalb an einem kühlen, trockenen Ort auf, zum Beispiel in einem Schrank in der Küche oder im Vorratsraum. Ein Platz in der Garage, im Keller oder direkt neben dem Herd ist ungeeignet, weil dort die Temperatur stark schwankt.
Am besten lassen Sie das Futter in der Originalverpackung und verschließen sie nach jeder Entnahme gut. Die Verpackung trägt die Chargennummer und das Mindesthaltbarkeitsdatum, die Sie im Fall einer Reklamation brauchen. Wenn Sie das Futter in ein Vorratsgefäß umfüllen, achten Sie darauf, dass es dicht schließt und lebensmittelgeeignet ist. Bewahren Sie den Verpackungsabschnitt mit Charge und Datum auf, bis die Packung leer ist.
Nassfutter in Dosen oder Schalen hält ungeöffnet bei Raumtemperatur bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Verpackung unbeschädigt ist. Eine verbeulte Dose oder eine aufgeblähte Schale kann auf einen Defekt hinweisen und gehört nicht in den Futternapf.
Geöffnete Packungen und Futterwechsel
Geöffnetes Nassfutter kommt in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden. Nehmen Sie nur die Menge heraus, die Ihr Tier bei einer Mahlzeit frisst, und geben Sie Reste nicht zurück in die Dose. Futter, das längere Zeit bei Zimmertemperatur stand, sollten Sie entsorgen, weil sich darin Keime vermehren können.
Trockenfutter bleibt nach dem Öffnen einige Wochen genießbar, wenn Sie die Packung dicht verschließen. Riecht das Futter ranzig, muffig oder anders als beim ersten Öffnen, werfen Sie es weg. Auch wenn sich Klumpen bilden oder Feuchtigkeit eingedrungen ist, ist das Futter nicht mehr in Ordnung.
Einen Futterwechsel sollten Sie langsam angehen, damit sich die Verdauung des Tieres umstellen kann. Erhöhen Sie über mehrere Tage hinweg schrittweise den Anteil des neuen Futters und reduzieren Sie das alte entsprechend. Ein abruptes Umstellen führt bei vielen Tieren zu Durchfall oder Erbrechen. Mischen Sie das neue Futter nicht direkt in den Vorratsbehälter mit dem alten, sondern füttern Sie beide Sorten getrennt und dosiert.
Wann der Tierarzt entscheidet
Bei Allergien, Futtermittelunverträglichkeiten oder chronischen Erkrankungen sollten Sie die Futterwahl nicht allein nach Deklaration und Preis treffen. Der Tierarzt kann feststellen, welches Futter Ihr Tier verträgt, und eine Diät empfehlen, die auf das konkrete Problem abgestimmt ist. Auch wenn Ihr Tier plötzlich das Fressen verweigert, an Gewicht verliert oder wiederholt Magenprobleme hat, ist eine Untersuchung sinnvoll, bevor Sie das Futter wechseln. Ein neues Futter löst diese Symptome nicht, wenn eine Krankheit dahintersteckt.