Welches Tierfutter passt zu meinem Tier?
Wer einen Hund oder eine Katze füttert, steht vor einer unübersichtlichen Auswahl: Nassfutter, Trockenfutter, BARF, getreidefrei, kaltgepresst oder extrudiert. In Online-Debatten widersprechen sich die Empfehlungen oft, und fast jede Seite beruft sich auf angebliche Beweise und Tierärzte. Es gibt keine einzige beste Futterart. Die Wahl hängt von Tierart, Alter, Gesundheitszustand und Zeitbudget ab. Was die Futterarten unterscheidet und woran Sie Qualität erkennen, lässt sich klar benennen.
Nassfutter oder Trockenfutter?
Der wichtigste Unterschied ist der Feuchtigkeitsgehalt. Nassfutter besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Das ist besonders für Katzen wichtig, weil sie von Natur aus wenig trinken. Es schmeckt gut und ähnelt dem natürlichen Beutetier. Dafür ist es teurer, muss nach dem Öffnen schnell verbraucht werden und ist schwerer zu lagern.
Trockenfutter ist lange haltbar, günstig und praktisch, gerade für den Napf, der den ganzen Tag stehen bleibt. Der Nachteil: Es enthält kaum Feuchtigkeit. Katzen, die nur Trockenfutter bekommen, müssen deutlich mehr trinken, sonst drohen Probleme mit den Harnwegen. Stellen Sie bei Trockenfutter immer ausreichend frisches Wasser bereit und beobachten Sie, ob Ihre Katze tatsächlich trinkt.
Für Hunde spielt der Feuchtigkeitsunterschied eine kleinere Rolle, weil Hunde meist von selbst genug trinken. Hier zählen Kosten, Zahnpflege und Geschmack. Eine Mischung aus beiden Futterarten ist für viele Tiere eine gute Lösung, solange die Gesamtmenge stimmt.
BARF: Natürlich, aber aufwendig
BARF steht für biologisch artgerechtes Rohfutter. Sie füttern rohes Fleisch, Innereien, Knochen und Gemüse, zusammengestellt nach einem Plan. Das wirkt natürlich und lässt sich individuell auf Ihr Tier abstimmen, etwa bei Allergien oder Unverträglichkeiten.
Der Aufwand ist groß. Sie müssen Nährstoffe ausrechnen, einkaufen, portionieren und einfrieren. Ohne fundiertes Wissen entstehen schnell Mängel, etwa bei Kalzium, Vitaminen oder Spurenelementen. Wer barfen möchte, sollte sich vorher gründlich einarbeiten oder einen Tierarzt mit Erfahrung in Rohfütterung hinzuziehen. Für Berufstätige mit wenig Zeit ist BARF meist die falsche Wahl, weil die Zubereitung regelmäßig Zeit kostet.
Woran Sie gutes Futter erkennen
Unabhängig von der Futterart können Sie Qualität an der Zutatenliste erkennen. Fleisch sollte die erste Zutat sein, und zwar als benanntes Fleisch wie Huhn, Rind oder Lamm. Formulierungen wie "Fleischmehl" oder "tierische Nebenerzeugnisse" ohne genauere Angabe sind ein Warnsignal, weil sich dahinter minderwertige Bestandteile verbergen können.
Achten Sie außerdem darauf, dass keine künstlichen Konservierungsstoffe und keine großen Mengen an Füllstoffen wie Mais oder Weizen enthalten sind. Die Inhaltsstoffe sollten klar deklariert sein, und die Zusammensetzung muss zu Alter, Größe und Aktivitätslevel Ihres Tieres passen. Ein Welpenfutter hat andere Anforderungen als ein Futter für einen ruhigen Senior.
Fütterungsmengen nach Lebensphase
Die richtige Futtermenge hängt vom Lebensalter ab. Welpen zwischen acht Wochen und sechs Monaten brauchen drei bis vier Mahlzeiten am Tag, insgesamt etwa sechs bis acht Prozent ihres Körpergewichts. Erwachsene Hunde zwischen einem und sieben Jahren kommen mit zwei Mahlzeiten täglich aus, die zusammen zwei bis drei Prozent des Körpergewichts ausmachen. Senioren ab etwa sieben Jahren erhalten weiterhin zwei Mahlzeiten, aber kleinere Portionen, weil ihr Energiebedarf sinkt.
Diese Angaben sind Richtwerte. Aktivität, Rasse und Stoffwechsel verändern die Mengen. Kontrollieren Sie regelmäßig das Gewicht Ihres Tieres und passen Sie die Portionen an, wenn es zu- oder abnimmt.
Katzen füttern: Fleisch und Wasser
Katzen sind reine Fleischfresser. Getreide und Gemüse können sie nur sehr schlecht verwerten, ihr Verdauungssystem ist auf tierisches Eiweiß ausgelegt. Achten Sie bei Katzenfutter darauf, dass Fleisch klar dominiert und pflanzliche Anteile gering bleiben. Getreidefreie Sorten sind für Katzen daher oft die bessere Wahl, auch wenn sie etwas teurer sind.
Der Flüssigkeitsbedarf ist der zweite wichtige Punkt. Katzen trinken wenig und decken ihren Wasserbedarf in der Natur über die Beute. Nassfutter unterstützt das, Trockenfutter nicht. Wenn Ihre Katze Trockenfutter bekommt, stellen Sie mehrere Wasserschalen auf und wechseln Sie das Wasser täglich. Manche Katzen trinken lieber aus fließendem Wasser, ein Trinkbrunnen kann helfen.