Tierfutter im Laden richtig unterscheiden

Im Regal stehen Dutzende Tüten, Dosen und Beutel: Nassfutter, Trockenfutter, Alleinfutter, Ergänzungsfutter, Junior, Senior, Sensitive. Wer nicht genau hinsieht, greift schnell zum falschen Produkt. Entscheidend ist die Kennzeichnung: Alleinfuttermittel decken den kompletten Nährstoffbedarf des Tieres ab, Ergänzungsfuttermittel sind nur als Zulage gedacht. Nass oder trocken: Beides kann vollwertig sein.

Alleinfutter oder Ergänzungsfutter unterscheiden

Die Kennzeichnung ist gesetzlich geregelt. Ein Alleinfuttermittel muss das Tier vollständig versorgen, egal ob nass oder trocken. Ergänzungsfuttermittel decken nur einen Teil des Bedarfs. Sie sind als Zusatz zu anderem Futter gedacht. Wenn Sie ein Ergänzungsfuttermittel als Hauptnahrung geben, riskieren Sie Mangelerscheinungen.

Der Begriff steht meist gut sichtbar auf der Verpackung. Fehlt die Angabe, lohnt ein Blick auf die Zutatenliste und die Fütterungsempfehlung. Bei Unsicherheit hilft die Verpackungsrückseite oder die Website des Herstellers.

Nassfutter oder Trockenfutter wählen

Beide Varianten können vollwertige Alleinfutter sein. Trockenfutter ist für die meisten Hunde leichter verträglich und praktischer. Nassfutter liefert mehr Feuchtigkeit und schmeckt vielen Tieren besser. Die Entscheidung hängt vom Tier und vom Alltag ab. Keine Sorte ist grundsätzlich besser.

Für Katzen gilt Ähnliches, mit einer Einschränkung: Katzen trinken von Natur aus wenig. Sie nehmen einen Teil ihrer Flüssigkeit über das Futter auf. Nassfutter unterstützt die Flüssigkeitsversorgung. Trockenfutter ist dafür praktischer und kann bei manchen Katzen Zahnproblemen vorbeugen. Beides funktioniert, wenn das Tier genug trinkt.

Gesamtzusammensetzung prüfen

Große Fleischanteile auf der Verpackung klingen gut, sagen aber wenig über die Qualität des Futters aus. Entscheidend ist die Gesamtzusammensetzung: ob das Futter alle benötigten Nährstoffe in ausgewogenen Mengen enthält. Ein Futter mit viel Fleisch, aber ohne wichtige Vitamine oder Mineralstoffe ist schlechter als ein ausgewogenes Futter mit weniger Fleisch.

Beim Lesen der Zutatenliste gilt: Die Zutaten stehen in der Reihenfolge ihres Gewichtsanteils. Was vorne steht, ist am meisten enthalten. Wichtig ist aber auch, dass das Futter zur Tierart passt. Ein Hund braucht andere Nährstoffe als eine Katze. Unabhängige Labortests von Verbraucherorganisationen geben zusätzliche Hinweise auf die Qualität.

Futter auf die Tierart abstimmen

Katzen sind wählerische Esser. Sie brauchen Abwechslung und ein Futter, das auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Als reine Fleischfresser brauchen sie bestimmte Nährstoffe, die in pflanzlichen Zutaten nicht oder nur unzureichend vorkommen. Deshalb ist Katzenfutter nicht mit Hundefutter austauschbar, auch wenn beide Tiere ähnlich groß sein mögen.

Hunde sind Allesfresser und vertragen mehr verschiedene Zutaten. Trotzdem brauchen auch sie ein Futter, das auf ihre Lebensphase abgestimmt ist: Welpen, erwachsene Hunde und Senioren haben unterschiedliche Bedürfnisse. Gleiches gilt für Katzen.

Auch bei anderen Heimtieren ist Futter nicht austauschbar. Kaninchen und Meerschweinchen brauchen viel Rohfaser und Heu, Vögel je nach Art unterschiedliche Futtermischungen. Kaufen Sie artgerechtes Futter und keine Mischungen, die für mehrere Tierarten beworben werden.

Typische Fehler beim Futterkauf

Der häufigste Fehler ist, nur auf Fleischanteil oder Marke zu achten und nicht auf die Gesamtzusammensetzung. Ein zweiter typischer Fehler ist der abrupte Futterwechsel. Wenn Sie das Futter umstellen, mischen Sie das neue Futter über mehrere Tage unter das alte. Sonst bekommt das Tier oft Durchfall oder Erbrechen.

Auch die Menge macht Probleme. Zu viel Futter führt zu Übergewicht, zu wenig zu Mangelerscheinungen. Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist nur ein Anhaltspunkt. Beobachten Sie das Gewicht Ihres Tieres und passen Sie die Menge an. Bei Unsicherheit fragen Sie den Tierarzt oder die Tierärztin.