Putzzeug und Pflegeprodukte für Pferde richtig wählen

Die tägliche Pferdepflege ist mehr als Fellreinigung. Sie beugt Krankheiten vor, stärkt das Vertrauen und hilft, das Pferd von Kopf bis Huf zu kontrollieren. Wichtig sind die richtige Reihenfolge der Putzschritte und das passende Werkzeug.

Die richtige Putzreihenfolge

Die Grundregel lautet: vom Gröbsten zum Feinen. Beginnen Sie immer mit den Hufen. Kratzen Sie sie zuerst aus, bevor Sie das Fell putzen. So entfernen Sie Steine, Erde und Kot, bevor das Pferd auf sauberem Boden steht.

Danach folgt der Striegel. Er lockert fest sitzenden Schmutz und lose Haare aus dem Fell. Wichtig: Der Striegel gehört nur auf fleischige Körperpartien wie Hals, Rumpf und Kruppe. Auf Knochenpunkten wie Beinen, Gelenken und im Gesicht dürfen Sie ihn nicht einsetzen, weil er dort Druckstellen und Verletzungen verursachen kann.

Mit der Kardätsche bürsten Sie den gelösten Schmutz aus dem Fell. Sie arbeiten dabei in Wuchsrichtung des Fells. Klopfen Sie die Kardätsche regelmäßig am Striegel ab, damit sie nicht zusetzt und die Borsten ihre Wirkung verlieren. Die Kardätsche ist das Hauptwerkzeug für die tägliche Fellpflege.

Für hartnäckigen Schmutz an Beinen und Fesselgelenken, den der Striegel nicht erreicht, nehmen Sie die Wurzelbürste. Ihre kräftigen Borsten lösen angetrocknete Erde und Krusten, ohne die empfindliche Haut an den Beinen zu reizen.

Zum Schluss kommen Mähne und Schweif. Ein Schweißmesser oder Pferdekamm eignet sich zum Vorkämmen, wenn die Mähne verschmutzt oder der Schweif verfilzt ist. Danach bürsten Sie das Gesicht mit einer weichen Gesichtsbürste. Sie ist sanft genug für die empfindliche Haut rund um Augen, Nüstern und Maul.

Woran Sie gutes Putzzeug erkennen

Gutes Putzzeug erkennen Sie an Verarbeitung und Material. Die Borsten sollten fest im Holz oder Kunststoff sitzen, nicht ausfallen und keine scharfen Kanten haben. Naturborsten sind für empfindliche Pferde oft angenehmer als Kunststoff, weil sie weicher sind und weniger statisch aufladen. Kunststoffborsten lassen sich dafür leichter reinigen und trocknen schneller.

Achten Sie auf die Größe der Bürsten. Eine Kardätsche, die gut in der Hand liegt und nicht zu schwer ist, macht die tägliche Arbeit angenehmer. Für kleine Pferde oder Ponys wählen Sie entsprechend kleinere Modelle. Der Griff sollte rutschfest sein, besonders wenn Sie mit Pflegeprodukten arbeiten und die Hände feucht werden.

Ein Striegel aus Gummi mit abgerundeten Zähnen ist für die meisten Pferde gut geeignet. Es gibt auch Modelle mit wechselbaren Einsätzen, die Sie je nach Fellbeschaffenheit austauschen können. Für Pferde mit empfindlicher Haut oder nach einer Verletzung wählen Sie einen weicheren Striegel.

Pflegeprodukte gezielt auswählen

Eine gesunde, auf die Bedürfnisse des Pferdes abgestimmte Fütterung ist die Basis für gute Gesundheit. Die richtigen Pflegeprodukte können zusätzlich helfen, etwa bei Hautproblemen, Geruch oder Fellglanz. Dabei unterscheiden Sie zwischen Produkten zum Waschen und Produkten zum Sprühen.

Waschprodukte wie Shampoos oder Waschlotionen verwenden Sie, wenn das Pferd stark verschmutzt ist oder eine gründliche Reinigung braucht. Sie schäumen das Fell auf, lösen Fett und Schmutz und werden anschließend mit klarem Wasser ausgespült. Sprühprodukte dagegen sind für die regelmäßige Anwendung ohne Wasser gedacht. Sie pflegen das Fell, spenden Feuchtigkeit oder schützen vor Insekten.

Die Produktlinie Cavalor bietet für viele Bereiche jeweils eine Wasch- und eine Sprühvariante an. Bianco Wash ist ein Shampoo für weiße und helle Felle, Bianco Spray wird nach dem Waschen oder zwischen den Wäschen aufgetragen, um den Weißton zu erhalten. Ähnlich verhält es sich bei Derma Wash und Derma Spray für Hautprobleme. Die Waschvariante reinigt die Haut gründlich, die Sprühvariante pflegt und beruhigt sie im Alltag.

Bei Hufpflegeprodukten wie PodoGuard und PodoSens geht es um unterschiedliche Anwendungen. PodoGuard schützt und härtet die Hufsohle, PodoSens ist für empfindliche Hufe gedacht, die zusätzliche Pflege und Feuchtigkeit brauchen. Lesen Sie vor dem Kauf die Produktbeschreibung genau, damit Sie das Mittel wählen, das zum Zustand der Hufe Ihres Pferdes passt.

Worauf Sie bei der Produktwahl achten sollten

Bevor Sie ein Pflegeprodukt kaufen, prüfen Sie, was das Produkt leisten soll, für welchen Haut- oder Fellzustand es gedacht ist und ob Ihr Pferd die Inhaltsstoffe verträgt.

Bei Hautproblemen wie Schuppen, Ekzemen oder Scheuerstellen sollten Sie ein Produkt wählen, das speziell für empfindliche Haut entwickelt wurde. Produkte mit reizenden Duftstoffen oder aggressiven Reinigungsmitteln können die Haut zusätzlich belasten. Wenn Sie unsicher sind, testen Sie das Produkt zuerst an einer kleinen Stelle und beobachten Sie die Reaktion.

Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. Im Sommer brauchen Pferde oft Insektenschutz, im Winter eher Pflegeprodukte, die die Haut vor Kälte und Nässe schützen. Ein Produkt, das das ganze Jahr über funktioniert, gibt es selten. Planen Sie daher eine kleine Grundausstattung für verschiedene Situationen ein.

Beachten Sie die Anwendungshinweise auf der Verpackung. Manche Produkte müssen verdünnt werden, andere sind gebrauchsfertig. Die Einwirkzeit und die Häufigkeit der Anwendung sind ebenfalls vorgegeben. Weichen Sie nicht davon ab, auch wenn das Produkt nach der ersten Anwendung gut gewirkt hat.

Putzzeug und Produkte richtig pflegen

Putzzeug hält länger, wenn Sie es regelmäßig reinigen. Klopfen Sie die Bürsten nach jedem Putzen aus und entfernen Sie Haare und Staub. Einmal im Monat können Sie die Borsten mit lauwarmem Wasser und milder Seife waschen. Lassen Sie die Bürsten anschließend mit den Borsten nach unten trocknen, damit das Wasser nicht in den Holzgriff zieht.

Pflegeprodukte lagern Sie kühl, trocken und außerhalb der Reichweite von Kindern. Achten Sie auf das Verfallsdatum und entsorgen Sie angebrochene Produkte, die unangenehm riechen oder ihre Konsistenz verändert haben. Sprühflaschen sollten Sie nach der Anwendung verschließen, damit keine Fremdkörper in die Düse gelangen.