Pferdepflege im Alltag und auf dem Turnier

Pferdepflege ist mehr als das Putzen vor dem Reiten. Sie ist tägliche Gesundheitsvorsorge: Sie kontrollieren das Pferd von Kopf bis Huf und erkennen Verletzungen oder Hautprobleme früh. Regelmäßiges Putzen gewöhnt das Pferd außerdem an Berührungen, die es beim Schmied, Tierarzt und auf dem Turnier braucht, und stärkt das Vertrauen.

Arbeiten Sie vom Gröbsten zum Feinen: Beginnen Sie mit den Hufen, enden Sie mit dem Gesicht.

Hufe zuerst auskratzen

Bevor Sie das Pferd anbinden oder bewegen, kratzen Sie die Hufe aus. Das ist der erste Schritt jeder Pflegeroutine, weil Sie dabei sofort Steine, Druckstellen oder Anzeichen von Strahlfäule entdecken. Ein eingeklemmter Stein kann beim Laufen zu Lahmheit führen, und feuchter Schmutz im Huf begünstigt Pilze und Bakterien. Nehmen Sie einen Hufkratzer, arbeiten Sie von der Ferse zur Spitze und prüfen Sie auch die Sohle und den Strahl. Wenn Sie unsicher sind, wie ein gesunder Huf aussieht, fragen Sie Ihren Hufschmied. Er zeigt es Ihnen beim nächsten Termin.

Die richtige Putzreihenfolge

Nach den Hufen putzen Sie in einer festen Reihenfolge, die von der Verschmutzung abhängt. Sie beginnt mit dem Striegel, löst damit groben Schmutz und loses Fell, und bürstet den gelösten Dreck anschließend mit der Kardätsche aus dem Fell. Für hartnäckigen Schmutz an Beinen und Fesselgelenken, den der Striegel nicht erreicht, verwenden Sie eine Wurzelbürste. Zum Schluss nehmen Sie eine weiche Gesichtsbürste für den Kopf. Diese Reihenfolge verhindert, dass Sie feinen Schmutz erst tief ins Fell reiben, und schont die empfindliche Haut des Pferdes.

Striegel und Kardätsche richtig einsetzen

Der Striegel ist ein ovales oder rundes Gummiteil mit Zähnen, das Sie nur auf fleischigen Körperpartien einsetzen, also an Hals, Rumpf und Kruppe. Auf Knochenpunkten wie Beinen oder am Gesicht verwenden Sie ihn nicht, dort drückt er auf empfindliche Stellen. Führen Sie den Striegel in kreisenden Bewegungen über das Fell, um Schmutz und Hautschuppen zu lösen. Die Kardätsche hat festere Borsten. Bürsten Sie damit den gelösten Schmutz in langen Strichen in Fellrichtung aus. Reinigen Sie die Kardätsche regelmäßig, indem Sie die Borsten am Striegel ausstreichen. Sonst setzt sie den Dreck nur wieder ab.

Beine und Fesselgelenke mit der Wurzelbürste

An den Beinen und Fesselgelenken sitzt Schmutz oft hartnäckig fest, besonders nach der Weide oder bei nassem Wetter. Die Wurzelbürste hat weiche, dicht stehende Borsten, die auch in die Fesselbeuge kommen, ohne die dünne Haut dort zu reizen. Sie arbeiten damit vorsichtig von oben nach unten und achten auf kleine Wunden, Schwellungen oder warme Stellen, die auf eine Entzündung hindeuten. Wenn Sie täglich putzen, kennen Sie die Beine Ihres Pferdes genau und merken sofort, wenn etwas anders ist als sonst.

Ausrüstung sauber halten

Zur Pferdepflege gehört auch die Pflege der Ausrüstung, also Gamaschen, Bandagen und Springglocken. Schmutz, Feuchtigkeit und Schweiß des Pferdes vermischen sich darunter zu einer Masse. Diese reibt auf der Haut und begünstigt Bakterien. Das ist ein häufiger Auslöser für Mauke, eine Hautentzündung an den Fesselgelenken. Reinigen Sie Beinschutz nach jedem Gebrauch mit lauwarmem Wasser und einer milden Seife, lassen Sie ihn vollständig trocknen und prüfen Sie die Verschlüsse. Feuchte Gamaschen oder Bandagen sollten Sie nie am Pferd lassen, die Feuchtigkeit schadet der Haut.

Pflege auf dem Turnier

Auf dem Turnier gelten dieselben Grundregeln wie im Stall, nur unter Zeitdruck. Planen Sie feste Zeiten für das Auskratzen der Hufe und das Putzen ein, am besten morgens vor dem ersten Abreiten und noch einmal kurz vor der Prüfung. Nehmen Sie Ihre komplette Putzbox mit, denn fremde Bürsten übertragen Hautpilze und andere Erreger. Besonders wichtig ist die Kontrolle der Beine nach dem Transport. Auf der Anhängerreise können sich Bandagen verschoben haben oder Druckstellen entstanden sein. Die Ausrüstung sollte am Turniertag sauber und trocken sein, damit sie nicht scheuert. Wenn Sie mehrere Tage auf dem Turnierplatz bleiben, wiederholen Sie die Hufkontrolle täglich, denn auf fremdem Boden stecken schnell Steine oder Splitter.

Fütterung als Teil der Pflege

Zur täglichen Pflege gehört auch die Fütterung, auch wenn sie nicht direkt mit Bürsten und Hufen zu tun hat. Pferde sind Pflanzenfresser und brauchen Heu oder Gras als Hauptfutterquelle. Kraftfutter geben Sie nur nach Bedarf, abhängig von Alter, Aktivität und Gesundheitszustand. Frisches Wasser muss immer erreichbar sein. Eine ausgewogene Fütterung zeigt sich im Fell, das glänzt und sich gut anfühlt, und in der allgemeinen Kondition. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Pferd richtig versorgt ist, besprechen Sie den Futterplan mit Ihrem Tierarzt oder einem Fütterungsberater.