Kratzbäume für ältere Katzen: gelenkschonend und sicher

Mit dem Alter baut die Muskulatur ab, die Gelenke werden steifer, Sprünge fallen schwerer. Ein Kratzbaum für junge, agile Katzen wird für ältere Tiere zur Stolperfalle. Ein gelenkschonender Kratzbaum hat niedrige Ebenen, eine stabile Basis, rutschfeste Flächen und weiche Liegeplätze. So kratzt, klettert und schläft die Katze weiter, ohne riskante Sprünge.

Warum hohe Kratzbäume zum Problem werden

Bei älteren Katzen sind die Gelenke oft von Arthrose betroffen, und die Hinterbeine verlieren an Kraft. Ein Sprung auf eine zwei Meter hohe Plattform braucht viel Kraft, die im Alter nachlässt. Katzen, die diesen Sprung nicht mehr schaffen, springen entweder gar nicht mehr oder versuchen es und stürzen ab. Ein Sturz aus großer Höhe kann bei einem alten Tier zu Prellungen, Zerrungen oder schlimmeren Verletzungen führen. Diese heilen nur langsam.

Außerdem geben ältere Katzen ihr Kratzverhalten nicht auf. Sie kratzen weiterhin, um ihre Krallen zu pflegen und ihr Revier zu markieren. Wenn der Kratzbaum zu hoch oder zu wackelig ist, weichen sie auf Möbel oder Teppiche aus. Ein angepasster Kratzbaum lenkt dieses Verhalten auf die dafür vorgesehenen Flächen.

Niedrige Ebenen und breite Plattformen

Der wichtigste Unterschied zu einem Standard-Kratzbaum ist die Höhe. Statt einer hohen Säule mit einer Plattform in Sprunghöhe braucht die ältere Katze Ebenen, die sie mit einem kleinen Schritt erreicht. Am besten ist es, wenn die oberste Liegefläche so niedrig ist, dass die Katze sie vom Boden aus ohne Sprung erreichen kann. Wenn Sie mehrere Ebenen einplanen, sollten die Abstände zwischen ihnen so klein sein, dass die Katze von einer zur nächsten treten kann, statt zu springen.

Die Plattformen selbst sollten breiter sein als bei herkömmlichen Modellen. Eine junge Katze balanciert auch auf einem schmalen Brett, eine ältere Katze braucht eine Fläche, auf der sie sicher stehen und sich umdrehen kann, ohne mit einer Pfote abzurutschen. Eine ausreichende Breite pro Ebene gibt genug Raum zum bequemen Liegen und Drehen.

Stabilität und rutschfeste Flächen

Ein Kratzbaum für eine ältere Katze muss absolut stabil stehen. Wackelt der Baum, wenn die Katze sich daran hochzieht oder auf eine Plattform steigt, verliert sie das Vertrauen und meidet das Möbelstück. Achten Sie auf eine breite, schwere Bodenplatte. Modelle mit einer ausreichend großen Grundfläche kippen deutlich seltener als schmale Türme. Wenn Sie einen vorhandenen Kratzbaum umrüsten möchten, können Sie die Bodenplatte mit einer schweren Holz- oder Steinplatte beschweren.

Die Trittflächen und Stufen sollten mit rutschfestem Material belegt sein. Sisal, Teppich oder Kork geben der Katze Halt. Glatte Kunststoffflächen lassen ein unsicheres altes Tier schnell ausrutschen. Auch die Liegeflächen selbst sollten nicht glatt sein, damit die Katze beim Auf- und Absteigen nicht abrutscht.

Weiche und bequeme Liegeflächen

Ältere Katzen schlafen deutlich mehr als junge, oft zwölf bis sechzehn Stunden am Tag. Sie suchen sich dafür Plätze, die warm und weich sind und ihnen das Gefühl von Sicherheit geben. Ein Kratzbaum für eine Seniorin oder einen Senior sollte deshalb mindestens eine sehr bequeme Liegemulde oder ein gepolstertes Kissen haben. Erhöhte Ränder an der Liegefläche geben der Katze beim Schlafen Halt und verhindern, dass sie im Schlaf herunterrollt.

Achten Sie darauf, dass die Polster abnehmbar und waschbar sind. Alte Katzen haben manchmal Blasenschwäche oder hinterlassen Speichel und Haare auf ihren Schlafplätzen. Ein abnehmbarer Bezug, der bei niedriger Temperatur gewaschen werden kann, hält den Kratzbaum hygienisch, ohne dass Sie das ganze Möbelstück reinigen müssen.

Gelenkschonender Zugang mit Rampen und Stufen

Der wichtigste Punkt für die Gelenke ist der Weg nach oben. Statt einer senkrechten Kletterstrecke, die die Katze mit den Krallen erklimmen muss, braucht sie eine Rampe oder breite Stufen. Eine Rampe mit einer flachen Neigung erlaubt der Katze, langsam und kontrolliert nach oben zu gehen, ohne die Vorderbeine übermäßig zu belasten. Die Rampe sollte mit Sisal oder Teppich belegt sein, damit die Pfoten nicht abrutschen.

Wenn Sie einen Kratzbaum mit Stufen bevorzugen, sollten die Stufen tief genug sein und der Abstand zwischen ihnen gering. So kann die Katze fast eben gehen und muss die Knie nicht stark beugen. Einige Hersteller bieten spezielle Senioren-Modelle mit solchen Rampen an, andere lassen sich mit einer separat erhältlichen Rampe nachrüsten. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Rampe fest mit dem Kratzbaum verbunden werden kann, damit sie nicht verrutscht.

Worauf Sie beim Kauf konkret achten sollten

Wenn Sie einen neuen Kratzbaum für Ihre ältere Katze kaufen, prüfen Sie diese Punkte direkt am Modell oder in der Produktbeschreibung:

  • Die oberste Ebene ist ohne Sprung erreichbar, also niedrig genug.
  • Die Bodenplatte ist breit und schwer genug, dass der Baum nicht kippt, wenn die Katze sich daran hochzieht.
  • Alle Tritt- und Liegeflächen sind mit rutschfestem Material belegt.
  • Es gibt mindestens eine weiche, gepolsterte Liegefläche mit erhöhtem Rand.
  • Der Zugang zu den Ebenen erfolgt über eine Rampe oder flache Stufen, nicht über senkrechte Kletterstrecken.
  • Die Polster sind abnehmbar und waschbar.

Stellen Sie den Kratzbaum außerdem an einem Ort auf, der der Katze vertraut ist und den sie gut erreichen kann. Ein Platz in der Nähe ihres bisherigen Schlafplatzes oder in der Sonne erhöht die Chance, dass sie das neue Möbelstück annimmt. Wenn die Katze den Kratzbaum zunächst ignoriert, helfen ein paar Leckerlis auf den unteren Ebenen oder das Reiben mit einem vertrauten Tuch, das nach der Katze riecht.