Katzenkratzbaum kaufen: Größe, Material und Standort
Ein Kratzbaum ist für Katzen kein Luxus, sondern ein Möbelstück mit festen Aufgaben: Sie pflegen daran ihre Krallen, markieren ihr Revier über Duftdrüsen an den Pfoten und nutzen die erhöhten Ebenen zum Klettern und Beobachten. Beim Kauf zählen Material, Größe und Standort. Sie entscheiden, ob die Katze das Möbelstück annimmt und wie lange es hält. Ein gut gewählter Kratzbaum schützt Sofa, Teppich und Tapete vor Krallenspuren.
Material: Massivholz hält, Pressspan nicht
Das Material bestimmt, wie lange der Kratzbaum hält und ob die Katze ihn überhaupt nutzt. Günstige Kratzbäume bestehen häufig aus Pressspanplatten, die mit Plüsch überzogen und mit Pappe oder dünnem Sisal beklebt sind. Solche Modelle halten im Durchschnitt etwa zwei Jahre, bei mehreren oder großen Katzen oft deutlich kürzer. Die Platten verziehen sich, wenn die Katze springt. Die Bezüge lösen sich, und die Standfestigkeit leidet.
Ein Kratzbaum aus Massivholz oder massiven Naturstämmen ist dagegen stabiler und für große Katzen besser geeignet. Naturholz wirkt auf Katzen anziehender als Kunststoff oder Plüsch, weil die Rinde eine natürliche Kratzfläche bietet und sich angenehm unter den Krallen anfühlt. Solche Bäume lassen sich außerdem leichter reparieren: Eine abgenutzte Sisalfläche kann man neu umwickeln, ein loses Brett neu festschrauben. Bei einem Pressspanmodell ist das oft nicht möglich, weil das Material beim Nachbohren bröselt.
Wer auf Langlebigkeit setzt, zahlt bei einem Naturkratzbaum zwar zunächst mehr, aber das rechnet sich über die Jahre. Ein massiver Baum hält bei normaler Nutzung deutlich länger als zwei Jahre. Ein billiges Modell muss in der Zeit mehrfach ersetzt werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Kratzflächen aus echtem Sisal bestehen und nicht nur aus dünnem Gewebe, das die Katze schnell durchkratzt. Die Standrohre sollten einen Durchmesser haben, den die Katze mit ausgestreckten Krallen gut umfassen kann. Bei ausgewachsenen Katzen sind das etwa acht bis zwölf Zentimeter.
Größe: Die Katze muss sich strecken können
Die richtige Größe richtet sich nicht nach dem Wohnzimmer, sondern nach der Katze. Eine Katze kratzt, indem sie sich mit den Vorderpfoten an einer Fläche festhält und den Körper durchstreckt. Der Kratzbaum sollte deshalb so hoch sein, dass die Katze sich dabei vollständig strecken kann, ohne den oberen Rand zu erreichen. Für eine durchschnittliche Hauskatze bedeutet das eine Kratzhöhe von mindestens achtzig bis hundert Zentimetern, für große Rassen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze entsprechend mehr.
Neben der Höhe zählt die Zahl der Ebenen. In einem Mehrkatzenhaushalt braucht jede Katze einen eigenen Rückzugsort, sonst kommt es an den Liegeflächen zu Konflikten. Eine Faustregel: Eine Ebene pro Katze plus eine zusätzliche. Auch die Stabilität spielt eine Rolle. Ein hoher, schmaler Kratzbaum kippt, wenn eine kräftige Katze von oben springt. Modelle mit einer breiten Grundplatte oder einer Wandbefestigung stehen sicherer. Wenn Sie die Wahl haben, nehmen Sie einen Kratzbaum, der an der Oberseite eine flache Liegefläche bietet, auf der die Katze auch schlafen kann. Katzen nutzen erhöhte Schlafplätze gern, weil sie von dort das Zimmer überblicken.
Standort: Dort, wo die Katze ohnehin kratzt
Der beste Kratzbaum nützt nichts, wenn er an einer Stelle steht, die die Katze ignoriert. Katzen kratzen bevorzugt dort, wo sie sich nach dem Schlafen strecken, an Wegen, die sie regelmäßig laufen, und in der Nähe ihrer Schlaf- und Futterplätze. Ein Kratzbaum in einer ruhigen Ecke hinter der Tür wird oft verschmäht, weil die Katze dort keinen Anlass zum Kratzen sieht.
Stellen Sie den Kratzbaum deshalb in den Raum, in dem Sie und die Katze sich am meisten aufhalten, idealerweise in Sichtweite eines Fensters. Viele Katzen kratzen morgens nach dem Aufwachen. Ein Platz in der Nähe des Schlafplatzes erhöht die Chance, dass der Kratzbaum genutzt wird. Wenn die Katze bereits an einer bestimmten Stelle im Haus kratzt, zum Beispiel an der Sofalehne oder am Teppich, stellen Sie den Kratzbaum direkt davor. Die Katze sucht die vertraute Stelle auf und findet dort die Alternative vor.
In größeren Wohnungen oder Häusern reicht ein einzelner Kratzbaum oft nicht. Verteilen Sie mehrere Kratzgelegenheiten auf die Räume, in denen die Katze sich aufhält. Ein kleiner Kratzbaum oder eine Kratzsäule im Schlafzimmer und ein größeres Modell im Wohnzimmer decken die Bedürfnisse besser ab als ein einzelnes Riesenmodell, das nur in einem Raum steht. Achten Sie darauf, dass der Kratzbaum nicht wackelt. Eine Katze, die beim Kratzen spürt, dass das Möbelstück nachgibt, verliert das Vertrauen und sucht sich einen stabileren Untergrund, meist das Sofa.