Katzenfutter und Zubehör: Was Stubentiger wirklich brauchen
Wer eine Katze aufnimmt, muss zwei Fragen klären: Was kommt in den Napf, und welche Ausstattung braucht das Tier? Die Antwort ist einfacher, als die Regale im Tierfachhandel vermuten lassen.
Katzen sind Fleischfresser mit empfindlichem Magen. An Zubehör brauchen sie wenig, wenn die Grundbedürfnisse Kratzen, Schlafen, Spielen und Rückzug ernst genommen werden.
Was gutes Katzenfutter ausmacht
Katzen sind von Natur aus Beutefänger. Eine freilebende Katze erbeutet pro Tag bis zu 15 Mäuse, also viele kleine Portionen mit hohem Fleischanteil. Daraus folgt, was in den Napf gehört: viel tierisches Eiweiß, Fett als Energiequelle und nur wenig Kohlenhydrate. Getreide, Zucker oder pflanzliche Füllstoffe braucht eine Katze nicht in nennenswerter Menge.
Achten Sie beim Kauf deshalb auf die Bezeichnung Alleinfuttermittel. Nur solches Futter enthält alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die eine Katze täglich braucht, in der richtigen Menge. Ergänzungsfuttermittel sind nur als Beigabe gedacht. Werden sie dauerhaft gefüttert, führt das zu Mangelerscheinungen. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft: Fleisch oder Fisch sollte an erster Stelle stehen. Die Zusammensetzung sollte klar ausweisen, wie viel tierisches Eiweiß enthalten ist.
Nassfutter oder Trockenfutter
Beide Varianten haben ihre Berechtigung, aber sie sind nicht gleichwertig. Nassfutter enthält viel Wasser und ähnelt der natürlichen Beute. Es versorgt die Katze mit Flüssigkeit. Das ist besonders wichtig für Tiere, die wenig trinken. Trockenfutter ist praktisch: Es verdirbt nicht so schnell und eignet sich gut, um es über den Tag zu verteilen. Der Nachteil: Es enthält deutlich weniger Wasser und oft mehr Kohlenhydrate.
Viele Halter füttern eine Mischung, etwa morgens Nassfutter und tagsüber eine kleine Portion Trockenfutter. Entscheidend ist, dass beide Komponenten Alleinfuttermittel sind und die Gesamtmenge stimmt. Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist ein Anhaltspunkt, aber keine feste Regel. Der Energiebedarf hängt von Alter, Aktivität und Kastrationsstatus ab. Beobachten Sie das Gewicht Ihrer Katze und passen Sie die Portion entsprechend an.
Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen
Der Magen einer Katze ist auf viele kleine Mahlzeiten ausgelegt. Wer nur einmal am Tag eine große Portion hinstellt, überfordert das Verdauungssystem. Besser ist es, das Tagesfutter auf drei bis vier Portionen zu verteilen. Bei Trockenfutter funktioniert auch die Fütterung über den Tag: Sie stellen die Tagesration morgens hin, und die Katze frisst nach Bedarf. Das funktioniert nur, wenn die Katze nicht zu Übergewicht neigt. Neigt sie dazu, geben Sie die Portionen kontrolliert aus und wiegen Sie die Katze regelmäßig.
Leckerlis sind die häufigste Ursache für heimliches Übergewicht. Sie enthalten oft viele Kalorien und werden zusätzlich zum normalen Futter gegeben. Rechnen Sie Leckerlis zur Tagesration dazu oder reduzieren Sie die Hauptmahlzeit entsprechend. Eine handelsübliche Leckerli-Portion sollte nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Kalorienmenge ausmachen. Im Zweifel fragen Sie bei der nächsten Tierarztuntersuchung nach dem Idealgewicht Ihrer Katze.
Die Grundausstattung für Ihre Katze
Die Liste der Dinge, die eine Katze wirklich braucht, ist überschaubar. Sie umfasst Futternäpfe, einen Wassernapf, ein Katzenklo mit Streu, einen Schlafplatz, einen Kratzbaum, Spielzeug, eine Bürste, Katzengras und eine Transportbox. Was viele unterschätzen: Näpfe sollten Sie mindestens doppelt anschaffen, damit Sie sie abwechselnd reinigen können. Auch das Katzenklo braucht in einem Mehrkatzenhaushalt eine zweite Ausführung, idealerweise eine pro Katze plus ein zusätzliches.
Der Kratzbaum ist das wichtigste Möbelstück für eine Wohnungskatze. Er dient nicht nur zum Krallenschärfen, sondern auch als Schlafplatz, Aussichtspunkt und Spielgerät. Eine Katze, die keinen Kratzbaum hat, weicht auf Sofa oder Teppich aus. Achten Sie beim Kauf auf einen stabilen Stand und eine ausreichende Höhe, damit die Katze sich strecken kann. Säulen aus Sisal sind ideal, weil die Katze daran ihre Krallen abziehen kann, ohne dass das Material splittert.
Trinkbrunnen: sinnvoll, aber mit Tücken
Viele Katzen trinken lieber aus fließendem Wasser als aus dem Napf. Ein Trinkbrunnen kann deshalb die Flüssigkeitsaufnahme fördern und Nierenproblemen vorbeugen. Der Kauf lohnt sich aber nur, wenn Sie bereit sind, den Brunnen regelmäßig zu reinigen. Modelle mit vielen Ecken, engen Ritzen oder mehreren Etagen sind schwer zu reinigen. In den schwer erreichbaren Bereichen bilden sich schnell Bakterien und Kalk. Sie verunreinigen das Wasser und halten die Katze vom Trinken ab.
Ein zweiter Punkt ist die Lautstärke. Viele Brunnen werden als leise beworben, brummen aber nach einiger Zeit, sobald der Wasserstand sinkt oder die Pumpe verschmutzt ist. Empfindliche Tiere meiden den Brunnen dann komplett. Wenn Sie einen Brunnen kaufen möchten, wählen Sie ein einfaches Modell mit glatten Innenflächen und einer Pumpe, die Sie leicht zerlegen können. Kontrollieren Sie den Wasserstand täglich und reinigen Sie den Brunnen nach Herstellerangabe, meist ein- bis zweimal pro Woche.
Worauf Sie beim Online-Kauf achten sollten
Beim Bestellen von Futter und Zubehör im Internet fehlt die Möglichkeit, Qualität und Größe direkt zu prüfen. Lesen Sie deshalb die Produktbeschreibung genau und achten Sie auf die Angaben zu Zusammensetzung, Inhaltsstoffen und Maßen. Bei Kratzbäumen hilft ein Blick auf die Grundfläche und die Höhe, denn die Angaben in den Fotos täuschen oft. Achten Sie auf Kundenbewertungen, die konkrete Erfahrungen mit Stabilität oder Reinigung schildern, und vergleichen Sie die Preise pro Kilogramm, nicht pro Packung.
Ein praktischer Vorteil des Online-Kaufs ist die Lieferung von schweren Gütern wie Katzenstreu oder größeren Futtervorräten direkt vor die Tür. Bestellen Sie beim ersten Mal nicht die größte Verpackung, sondern testen Sie, ob Ihre Katze das Futter überhaupt annimmt. Viele Anbieter haben ein Rückgaberecht für ungeöffnete Ware, aber das gilt nicht überall. Prüfen Sie die Bedingungen vor dem Kauf, damit Sie nicht auf einem Sack Futter sitzen bleiben, den die Katze verweigert.