Nassfutter oder Trockenfutter für Katzen

Katzen sind reine Fleischfresser und trinken von Natur aus wenig. Deshalb hängt es von der Futterwahl ab, ob sie genug Flüssigkeit und Nährstoffe bekommen. Nassfutter und Trockenfutter unterscheiden sich in Konsistenz und Preis, und vor allem darin, wie gut sie diesen Bedarf erfüllen.

Was Katzen wirklich brauchen

Katzen haben als reine Fleischfresser einen hohen Bedarf an tierischem Protein. Ihr Körper kann bestimmte Nährstoffe nicht selbst herstellen, die er aus Fleisch beziehen muss. Der wichtigste davon ist Taurin. Diese Aminosäure brauchen Katzen für Herz, Sehkraft und Verdauung. Fehlt Taurin, drohen schwere Erkrankungen wie Herzschwäche oder Netzhautschäden. Hochwertiges Katzenfutter enthält daher immer zugesetztes Taurin, da pflanzliche Zutaten es nicht in ausreichender Menge liefern.

Daneben brauchen Katzen weitere Aminosäuren wie Arginin, bestimmte Fettsäuren für Haut und Fell sowie die Vitamine A und D. Vitamin A kommt in tierischer Leber vor, pflanzliches Beta-Carotin können Katzen nicht verwerten. Ein Futter, das hauptsächlich aus Getreide und pflanzlichen Nebenprodukten besteht, deckt diese Bedürfnisse nicht. Achten Sie darauf, dass Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse ganz oben auf der Zutatenliste stehen.

Unterschiede zwischen Nassfutter und Trockenfutter

Der wichtigste Unterschied liegt im Wassergehalt. Nassfutter enthält deutlich mehr Feuchtigkeit als Trockenfutter. Katzen trinken von Natur aus wenig, weil ihre Vorfahren in der Wüste lebten und ihren Flüssigkeitsbedarf über die Beute deckten. Eine Katze, die ausschließlich Trockenfutter bekommt, nimmt deutlich weniger Wasser auf, als sie benötigt. Das fördert Harnwegserkrankungen und Nierenprobleme, weil der Urin konzentrierter wird und sich Kristalle oder Steine leichter bilden.

Nassfutter enthält in der Regel mehr tierisches Protein und weniger Kohlenhydrate als Trockenfutter. Der höhere Fleischanteil kommt dem näher, was eine Katze in der Natur fressen würde. Nassfutter sättigt wegen seines Wassergehalts gut, sodass Katzen bei gleicher Kalorienmenge seltener Übergewicht bekommen.

Trockenfutter ist nicht grundsätzlich schlecht, hat aber klare Nachteile. Es ist praktisch, lange haltbar und günstiger, weshalb viele Halter es als Basis oder Ergänzung nutzen. Der geringe Wassergehalt macht es jedoch schwer, der Katze genug Flüssigkeit zu geben. Wer Trockenfutter füttert, sollte sicherstellen, dass die Katze jederzeit frisches Wasser zur Verfügung hat und tatsächlich trinkt. Ein Trinkbrunnen motiviert viele Katzen, mehr zu trinken als aus einer Schale.

Eine sinnvolle Kombination ist, Nassfutter als Hauptmahlzeit zu geben und Trockenfutter nur als Ergänzung oder für Zeiten, in denen niemand zu Hause ist. So decken Sie den Flüssigkeitsbedarf und nutzen die praktischen Vorteile des Trockenfutters.

Woran Sie gutes Futter erkennen

Die Zutatenliste und die Nährwertangaben auf der Verpackung verraten mehr über die Qualität als Werbeaussagen. Ein hoher Fleischanteil ist das wichtigste Kriterium. Gute Futtersorten nennen die Tierart konkret, etwa "Huhn" oder "Rind", und geben den prozentualen Anteil an. Vage Angaben wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ohne Tierart deuten auf minderwertige Rohstoffe hin.

Achten Sie auf die Nährwertangaben. Ein gutes Futter hat viel Rohprotein, während der Anteil an Rohasche und Kohlenhydraten niedrig sein sollte. Kohlenhydrate stehen nicht immer auf der Verpackung. Sie können sie ungefähr aus den übrigen angegebenen Bestandteilen berechnen. Ein hoher Kohlenhydratanteil deutet auf viel Getreide oder pflanzliche Füllstoffe hin, die Katzen nicht verwerten können und die zu Übergewicht führen.

Zugesetzte Zuckerverbindungen wie Karamell oder Melasse haben in Katzenfutter nichts zu suchen. Sie dienen nur der Optik und dem Geschmack und fördern Zahnprobleme. Konservierungsstoffe sind in geringen Mengen unbedenklich, aber natürliche Konservierung durch Vitamin E ist hochwertiger als künstliche Zusätze.

Fütterungsempfehlungen und Portionen

Die richtige Menge hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Gesundheitszustand der Katze ab. Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist nur ein Richtwert, keine feste Vorgabe, denn sie bezieht sich meist auf ein Durchschnittstier und berücksichtigt nicht den individuellen Energiebedarf. Beobachten Sie das Gewicht Ihrer Katze regelmäßig und passen Sie die Portion an, wenn sie zu- oder abnimmt.

Katzen fressen in der Natur mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Sie können die Tagesration daher auf zwei bis drei Portionen aufteilen. Futter, das länger als eine Stunde im Napf liegt, sollte bei Nassfutter entfernt werden, da es bei Zimmertemperatur schnell verdirbt. Trockenfutter können Sie in einem Futterspender über den Tag verteilt anbieten, sofern Ihre Katze nicht zu viel auf einmal frisst.

Achten Sie auf die Kalorienangabe pro Gewichtseinheit. Nassfutter hat wegen des hohen Wassergehalts weniger Kalorien pro Gewichtseinheit als Trockenfutter. Eine Katze, die eine bestimmte Menge Nassfutter bekommt, nimmt weniger Energie auf als bei der gleichen Menge Trockenfutter. Wenn Sie die Futterart wechseln, rechnen Sie die Menge entsprechend um, um eine plötzliche Gewichtszunahme zu vermeiden.

Futter für kastrierte Katzen, Kitten und Senioren

Kastrierte Katzen haben einen geringeren Energiebedarf als unkastrierte Tiere, weil ihr Stoffwechsel sich verlangsamt. Viele Hersteller bieten spezielles Futter für kastrierte Katzen an, das weniger Kalorien und einen reduzierten Mineralstoffgehalt enthält. Der reduzierte Mineralstoffgehalt beugt Harnsteinen vor, die bei kastrierten Katern häufiger auftreten.

Kitten benötigen in den ersten Lebensmonaten ein Futter mit höherem Protein- und Energiegehalt, das auf das Wachstum abgestimmt ist. Ausgewachsenes Katzenfutter deckt diesen Bedarf nicht. Ältere Katzen ab etwa sieben Jahren profitieren von Futter mit leicht verdaulichen Proteinen und einem angepassten Phosphorgehalt, um die Nieren zu schonen. Bei chronischen Erkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Diabetes sollte der Tierarzt die Futterwahl treffen. Diätfutter sollten Sie nicht ohne Rücksprache füttern.