Kaninchen artgerecht füttern mit Heu und Frischfutter
Kaninchen sind Blattfresser. Ihre wilden Verwandten fressen frisches Grün von der Wiese: Gräser, Blattspitzen, Knospen und junge Triebe, dazu Wurzeln und Rinde. Für Stall und Gehege heißt das: Heu rund um die Uhr und frisches Grünfutter mehrmals täglich in großen Mengen. Diese Mischung ist die Grundlage einer gesunden Kaninchenernährung.
Heu als tägliche Basis
Heu sollte ein Kaninchen immer zur Verfügung haben, nicht nur abends einen Klumpen. Die Rohfaser regt die Verdauung an, und das ständige Kauen der halmtrockenen Stängel lässt die Zähne gleichmäßig abreiben. Deshalb gehört Heu zu jeder Fütterung, auch wenn Sie hauptsächlich frisches Grünfutter geben.
Heu ist ein Naturprodukt, daher sehen lose und trockene Ballen selten gleich aus. Die Farbe kann etwas gelb oder grün sein. Wichtig ist, dass das Heu trocken ist und gut riecht. Gutes Heu riecht nach getrockneter Wiese, nicht muffig oder schimmelig. Der Test ist einfach: Wenn beim Öffnen des Sacks ein feuchter, dumpfer Geruch herauskommt, gehört das Heu in den Biomüll. Feuchte, verklumpte Stellen sortieren Sie aus, bevor Sie die Raufe füllen. Weniger, dafür frisch besorgtes Heu ist wertvoller als ein großer Vorrat, der langsam an Qualität verliert.
Frischfutter zweimal am Tag
Der größere Teil der Tagesration ist frisches Grünfutter. Wiesenpflanzen, Gemüsegrün und Kräuter sollten zweimal täglich in großen Mengen gefüttert werden. Es reicht nicht, zwischendurch ein Salatblatt zu geben oder abends kurz die Futterbox zu halten. Magen und Verdauungstrakt des Kaninchens sind auf ständige Futteraufnahme ausgelegt.
Das passende Grundfutter kommt aus der Natur: Im Frühling, Sommer und Herbst sammeln Sie Wiesenpflanzen, Zweige und Blätter direkt von Wiese und Feldrain. Wer Kaninchen in einem Freigehege hält, kann sie selbst abgrasen lassen. Auch Gemüsegrün von Karotten, Kohlrabi und Kohl sowie Kräuter aus dem Garten oder vom Fensterbrett gehören dazu.
Wenn dieses Grünfutter fehlt, zahlt der Körper dafür. Tiere, die vor allem Trockenfutter oder Pellets bekommen, leiden häufiger unter Verdauungsstörungen, Blasen-, Nieren- und Zahnerkrankungen. Sie sitzen dann viel ruhiger im Gehege und wirken nicht fit. Diese Ruhe wird oft für Zufriedenheit gehalten. Wenn Sie beobachten, dass am Tag nur ein paar Trockenpellets im Napf liegen und kaum Grünfutter, stellen Sie die Fütterung um.
Snacks nur in kleinen Mengen
Snacks und Leckerchen sind gut für die Beschäftigung, aber sie bleiben eine Beigabe, nicht der Speiseplan. Die Tagesmenge sollte in eine gehäufte Handvoll passen, zum Beispiel frische Kräuter, ein kleines Stück Gemüse oder holzige Zweige mit Rinde. Kaninchen knabbern diese gerne, und die Rinde und Äste fördern den natürlichen Zahnabrieb.
Fertigfutter-Mischungen aus der Tüte sind nicht für die tägliche Fütterung gedacht und bringen als Snack wenig. Sie enthalten meist viel Getreide und Zucker. Besser sind frische Grünwaren.
Jedes Kaninchen reagiert anders. Wer sichergehen möchte, gibt neue Kräuter zuerst in kleinen Mengen und beobachtet die Verdauung: Fressen und Kot mit normaler Konsistenz. Stopfen Sie keine Snacks, besonders wenn das Frischfutter am Tag schon reichlich war.
Vorräte trocken lagern
Wenn Sie Heu in größeren Mengen kaufen, kommt es auf die Lagerung an. Heu braucht einen trockenen, luftigen Platz. Am besten lagern Sie es in einer Abstellkammer auf einem Rost mit Netz- oder Papierunterlage, damit keine Feuchtigkeit von unten hochzieht. Ballen, die in der Ecke stehen und nicht atmen können, werden schnell muffig. Die Grundregel: Heu trocken und belüftet lagern.
Wählen Sie frische Ware. Je frischer vom Feld und je vielfältiger die Kräuterwiese, desto besser das Heu. Halten Sie einen kleinen Vorrat, der in acht bis zehn Wochen aufgebraucht ist, und prüfen Sie die Bestände, wenn Sie neues Heu kaufen. Aufwendige Tests sind nicht nötig.
Frischfutter ist dagegen deutlich kürzer haltbar: Waschen Sie es und lagern Sie es im Kühlschrank in einer Box, getrennt von anderen Lebensmitteln.
Fazit
Die tägliche Fütterung besteht aus Heu in der Raufe und frischem Grünfutter in großen Mengen, zweimal am Tag. Snacks bleiben eine kleine Beigabe. Heu sollte trocken und belüftet gelagert werden.