Igelfutter im Garten

Igel sind Wildtiere und brauchen normalerweise kein Futter von Menschen. Ein naturnaher Garten mit Laubhaufen, Reisig und totem Holz schützt sie besser als jeder Futternapf. Nur am Ende des Winters oder im späten Herbst ist eine zeitlich begrenzte Zufütterung sinnvoll. Wer einen igelfreundlichen Garten anlegt, muss meist kein Futter auslegen.

Füttern ist selten nötig

Regelmäßige Fütterung schadet Igeln eher, als sie ihnen hilft. Wenn Sie an drei Tagen am gleichen Ort zur gleichen Zeit Futter auslegen, erscheint der Igel bereits am vierten Tag zuverlässig dort. Er gewöhnt sich an feste Zeiten. Mit der Zeit verliert er die Fähigkeit, selbstständig nach Nahrung zu suchen. Zusätzlich kann er sein gesundes Körpergewicht nicht mehr halten, wenn er ständig Zugang zu reichlich Futter hat.

Eine ganzjährige Dauerfütterung bringt mehr Schaden als Nutzen. Wer einen Igel regelmäßig anlockt, macht ihn abhängig vom Menschen. In einem gut strukturierten Garten braucht er diese Abhängigkeit nicht. Deshalb gilt: Füttern Sie nur dann, wenn ein Igel wirklich Hilfe braucht, und beenden Sie die Fütterung, sobald er wieder fit aussieht.

Geeignetes Igelfutter

Wenn Sie in einer Ausnahmesituation füttern möchten, eignet sich ungewürztes Katzennassfutter in Pastetenform am besten. Es enthält genug tierisches Eiweiß und Fett. Daraus gewinnen Igel Energie. Achten Sie darauf, dass das Futter keine Soßen, Gelee-Stücke oder künstliche Zusätze enthält. Auch hochwertiges Trockenfutter für Katzen können Sie anbieten, am besten nicht als einzige Mahlzeit, weil es im Magen aufquillt.

Nicht auf den Teller gehören Milch, Brot, rohes Fleisch, Obst, Gemüse und Nüsse. Kuhmilch verursacht bei Igeln Durchfall, weil sie den Milchzucker nicht verdauen können. Brot und Obst füllen den Magen, liefern aber nicht die energiereiche tierische Nahrung, die ein Igel braucht.

Wasserschale aufstellen

Egal ob Sie füttern oder nicht: Eine flache Schale mit frischem Wasser sollte an einem geschützten Platz stehen. Stellen Sie sie so auf, dass der Igel hinein- und wieder hinauskommt, also nicht in einen tiefen Eimer. Erneuern Sie das Wasser täglich und reinigen Sie die Schale gründlich. Vor allem an heißen Tagen hilft eine schattige Wasserecke nicht nur Igeln, sondern auch anderen Tieren im Garten.

Futter aufbewahren

Kaufen Sie Futter nur in kleinen Mengen, damit Sie nichts lange einlagern müssen. Trockenfutter bleibt am längsten haltbar, wenn Sie es in einem luftdichten Behälter an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren. Geöffnete Dosen mit Nassfutter gehören in den Kühlschrank und sollten im Laufe von ein bis zwei Tagen aufgebraucht werden. Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, denn abgelaufenes Futter kann dem Tier schaden.

Futterfehler

Der größte Fehler ist die ganzjährige Fütterung. Dadurch reguliert der Igel sein Gewicht nicht mehr selbst und gewöhnt sich dauerhaft an die Futterstelle. Füttern Sie außerdem nicht über einen langen Zeitraum nach festem Zeitplan, sonst erscheint der Igel täglich und bleibt auf das Futter angewiesen.

Ein weiterer Fehler ist das Auslegen von zu großen Portionen. Übrig gebliebenes Futter zieht Ungeziefer wie Ratten und Fliegen an und verdirbt in der warmen Jahreszeit schnell. Legen Sie kleine Mengen aus und entfernen Sie Reste nach ein paar Stunden. Verzichten Sie auf Milch, selbst wenn Igel gierig danach trinken, und geben Sie keine Essensreste vom eigenen Teller weiter.