Hochwertiges Katzenfutter an den Zutaten erkennen
Beim Kauf von Katzenfutter stehen Sie vor einem Regal mit Hunderten von Sorten und stark unterschiedlichen Preisen. Sie brauchen keinen Futterexperten, um die Qualität zu beurteilen: Die Zutatenliste auf der Verpackung zeigt zuverlässig, ob Ihre Katze bekommt, was sie braucht. Die wichtigsten Erkennungsmerkmale sind ein hoher Fleischanteil und ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis. Teuer heißt nicht automatisch gut. Auch günstiges Futter vom Discounter kann hochwertig sein.
Zutatenliste richtig lesen
Die Zutatenliste ist Ihr wichtigstes Werkzeug. Sie ist nach Gewicht sortiert: Was zuerst steht, ist am meisten enthalten. Bei hochwertigem Katzenfutter steht eine konkrete Fleischsorte wie Huhn, Rind oder Lachs an erster Stelle. Achten Sie darauf, dass die Fleischquelle klar benannt ist. Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ohne weitere Angabe lassen offen, was genau drin ist. Das muss nicht schlecht sein, macht die Beurteilung aber schwer.
Ein Beispiel: Ein Futter, das mit einer klar benannten Fleischsorte wie „Huhn" beginnt und den prozentualen Anteil angibt, gibt Ihnen eine klare Ansage. Ein Futter, das nur „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" auflistet, verrät Ihnen nicht, ob da hochwertige Muskelfleischanteile oder eher Schlachtabfälle verarbeitet wurden. Beides kann für eine Katze vertretbar sein, aber die Transparenz fehlt.
Fleischanteil und Nährstoffverhältnis
Katzen sind reine Fleischfresser und gewinnen ihre Energie aus tierischem Protein und Fett, nicht aus Kohlenhydraten. Ein hochwertiges Katzenfutter sollte daher einen hohen Fleischanteil haben. Das gilt für Nass- und Trockenfutter gleichermaßen.
Die Nährstoffverteilung ist ebenso wichtig wie die Fleischmenge. Als Orientierung gilt: 50 bis 60 Prozent hochwertiges Protein, etwa 20 bis 30 Prozent tierische Fette und nur 3 bis 8 Prozent Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Diese Werte stammen aus der Fütterungsempfehlung eines Tierfutterhändlers und sind keine gesetzliche Vorgabe. Sie helfen Ihnen, die Angaben auf der Verpackung einzuordnen. Wenn ein Futter vor allem aus Getreide besteht und der Fleischanteil niedrig ist, passt das nicht zu den Bedürfnissen einer Katze.
Zutaten, die Sie meiden sollten
Welche Zutaten Sie meiden sollten, lässt sich nicht pauschal für jede Katze beantworten. Prüfen Sie jedoch diese Punkte: Zucker und künstliche Farbstoffe haben in Katzenfutter nichts zu suchen. Sie dienen nur der Optik oder dem Geschmack, nicht der Ernährung. Auch übermäßig viel Getreide wie Mais oder Weizen ist kritisch, weil Katzen es nur begrenzt verwerten können. Eine kleine Menge als Füllstoff ist unproblematisch. Steht Getreide aber vor der Fleischquelle in der Liste, ist das Futter für eine Katze ungeeignet.
Achten Sie außerdem auf die Deklaration der Fette. Konkrete Angaben wie „Hühnerfett" oder „Lachsöl" sind besser als die Sammelbezeichnung „pflanzliche Öle". Dann wissen Sie, welche Fettsäuren enthalten sind. Das ist vor allem für die Versorgung mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren wichtig, die Katzen über die Nahrung aufnehmen müssen.
Was Stiftung Warentest über den Preis sagt
Teures Futter ist nicht automatisch besser. Stiftung Warentest hat 27 Nassfuttersorten getestet. Viele teure Markenprodukte fielen durch, sehr gutes Futter gab es bereits ab 37 Cent pro Tag. Die Ergebnisse stammen aus einem älteren Test; die genaue Testreihe ist nicht mehr aktuell, aber der grundsätzliche Befund bleibt: Der Preis ist kein verlässlicher Qualitätsindikator.
Beim Trockenfutter fiel das Ergebnis ähnlich aus. In einem Test von April 2018 schnitten zwei sehr gute Trockenfuttersorten von Discountern ab. Sie decken den komplexen Nährstoffbedarf einer Katze für nur 5 Cent pro Tag ab. Die Produktformulierungen können sich seitdem geändert haben. Die Erkenntnis, dass günstige Hersteller qualitativ hochwertig produzieren können, ist aber nicht an ein einzelnes Testergebnis gebunden.
So wählen Sie das richtige Futter
Nehmen Sie die Verpackung in die Hand und lesen Sie die Zutatenliste, bevor Sie auf den Preis schauen. Prüfen Sie zuerst, ob eine klar benannte Fleischsorte an erster Stelle steht und ob der Fleischanteil mindestens die Hälfte ausmacht. Danach sehen Sie sich die Kohlenhydratquellen an. Wenn Getreide weit hinten in der Liste steht oder ganz fehlt, ist das ein gutes Zeichen.
Schauen Sie als Nächstes auf die analytischen Bestandteile, die auf jeder Verpackung stehen müssen. Dort finden Sie Angaben zu Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Feuchtigkeit. Vergleichen Sie diese Werte mit den genannten Richtwerten. Ein gutes Futter hat viel Protein, moderates Fett und wenig Kohlenhydrate. Bei Nassfutter ist ein hoher Feuchtigkeitsgehalt normal und sogar vorteilhaft, weil Katzen über das Futter Flüssigkeit aufnehmen.
Beobachten Sie außerdem Ihre Katze. Wenn das Futter gut vertragen wird, das Fell glänzt und die Katze vital ist, spricht das für die richtige Wahl. Wechseln Sie das Futter über etwa eine Woche, indem Sie das neue Futter schrittweise unter das alte mischen. So vermeiden Sie Verdauungsprobleme und geben Ihrer Katze Zeit, sich an den neuen Geschmack zu gewöhnen.