Futterplanung für Sport- und Turnierpferde

Sportpferde brauchen eine andere Fütterung als Freizeitpferde. Training verbraucht Energie, beim Schwitzen verliert der Körper Mineralstoffe, und Turnierphasen belasten zusätzlich. Die Futterplanung muss drei Punkte berücksichtigen: Energie passend zum Trainingspensum, Mineralstoffe passend zum Bedarf des Pferdes und Reserven (im Körper wie im Lager).

Der Grundsatz lautet: nicht mehr von allem, sondern das Richtige in der passenden Menge.

Energiebedarf richtig einschätzen

Der Energiebedarf eines Sportpferdes hängt von mehr ab als von der Zahl der Trainingseinheiten. Rasse, Alter, Gewicht, Haltungsform, Stoffwechsel und die Qualität des Grundfutters spielen zusammen. Ein leichtfuttriges Pferd braucht bei gleicher Arbeit anders dosierte Energie als eines, das schwer zu halten ist. Deshalb gibt es keine feste Ration für das Sportpferd, sondern nur eine Ration für Ihr Pferd. Um den Bedarf zu ermitteln, gibt es Tabellen und Berechnungsmethoden, die Gewicht, Training und körperlichen Zustand berücksichtigen. Ein Fütterungsberater oder Tierarzt kann die Ration auf dieser Grundlage durchrechnen.

Die Basis jeder Energieversorgung ist gutes Raufutter. Hochwertiges Heu, möglichst staub- und schimmelfrei, mit ausreichend Struktur, deckt einen großen Teil des Bedarfs und hält die Verdauung in Gang. Die Menge muss zum Pferd passen. Verteilen Sie das Raufutter gleichmäßig über den Tag. Erst wenn das Raufutter nicht ausreicht, um das Pferd in gutem Zustand zu halten, kommt Kraftfutter dazu. Wenn Sie ein gut genährtes Pferd zusätzlich mit Kraftfutter versorgen, riskieren Sie Übergewicht und Stoffwechselprobleme.

Stroh kann die Ration ergänzen, vor allem bei Pferden, die zu Übergewicht neigen. Als grobe Orientierung kann Stroh einen Teil der gesamten Raufuttermenge ausmachen. Zu große Strohmengen belasten die Verdauung. Führen Sie Stroh deshalb langsam ein und beobachten Sie, wie Ihr Pferd darauf reagiert.

Mineralstoffe täglich ergänzen

Mineralstoffe und Spurenelemente steuern wichtige Abläufe im Körper. Dazu gehören Knochenaufbau, Muskelarbeit, Nervenfunktion und Immunabwehr. Bei einem Sportpferd steigt der Bedarf, weil der Körper bei intensiver Arbeit mehr Mineralstoffe verbraucht und mit dem Schweiß Elektrolyte verliert. Eine tägliche Portion Mineralfutter gleicht den erhöhten Bedarf aus und gehört deshalb in jeden Futtertrog.

Allein auf das Grundfutter sollten Sie sich nicht verlassen. Heu und Gras enthalten heute deutlich weniger Mineralstoffe und Spurenelemente als noch vor zehn Jahren. Ursachen sind unter anderem Grasneuzüchtungen, nährstoffarme Böden und saurer Regen. Eine Unterversorgung fällt oft erst spät und selten eindeutig auf, weil der Körper zunächst seine Speicher nutzt.

Ein gutes Mineralfutter berücksichtigt die individuellen Besonderheiten Ihres Pferdes: Alter, Leistung, Rasse, Haltungsform und gesundheitliche Probleme. Ein junges Pferd im Aufbau braucht eine andere Zusammensetzung als ein Senior, ein Pferd mit Stoffwechselproblemen eine andere als ein gesundes Turnierpferd. Wählen Sie das Mineralfutter deshalb nach dem Bedarf Ihres Pferdes und nicht nach dem Preis. Eine Futteranalyse des Heus zeigt, welche Mineralstoffe das Grundfutter bereits enthält und was Sie ergänzen müssen.

Reserven im Körper und im Futterlager

In der Pferdefütterung hat der Begriff Vorrat zwei Bedeutungen: die Reserven, die der Körper anlegt, und den Vorrat, den Sie im Stall vorhalten.

Der Körper speichert Energie als Fett und in den Muskeln als Glykogen, also als kurzfristig verfügbaren Zucker. Diese Speicher sind begrenzt und werden bei intensiver Arbeit geleert. Nach einem Turnier oder einem harten Training braucht das Pferd deshalb nicht nur am Abend eine gute Mahlzeit, sondern über mehrere Tage eine angepasste Fütterung, damit die Speicher sich wieder füllen. Ähnlich verhält es sich mit Mineralstoffen: Der Körper kann einige davon, etwa Calcium, in den Knochen speichern. Diese Reserven sind aber kein Dauerlager. Wenn die Zufuhr über Wochen zu niedrig ist, greift der Körper auf seine Speicher zurück, und ein Mangel zeigt sich oft erst spät. Die tägliche Mineralstoffgabe ist deshalb die einzige zuverlässige Möglichkeit, die Speicher gefüllt zu halten.

Der zweite Vorrat betrifft das Futterlager. Planen Sie den Vorrat so, dass Sie nicht kurzfristig umstellen müssen. Lagern Sie Heu in guter Qualität ein: trocken, luftig und geschützt vor Staub und Schimmel. Kraftfutter und Mineralfutter gehören in verschließbare Behälter, damit sie nicht feucht werden und keine Schädlinge anziehen. Ein plötzlicher Futterwechsel, etwa weil das Heu ausgeht oder das Mineralfutter nicht lieferbar ist, belastet die Verdauung und kann kurz vor einem Turnier die Leistung beeinträchtigen.

Die Ration an das Pferd anpassen

Die Futterplanung muss mit dem Pferd mitgehen: Im Aufbautraining steigt der Bedarf, in der Turniersaison kommen Belastung und Anreise dazu, in der Übergangszeit oder nach einer Krankheit sinkt er wieder. Kontrollieren Sie regelmäßig Gewicht und Kondition Ihres Pferdes, dann merken Sie früh, ob die Ration noch passt. Ein Pferd, das trotz ausreichend Futter abnimmt, braucht eine andere Energiequelle. Ein Pferd, das zunimmt, braucht weniger Kraftfutter oder mehr Bewegung.

Bei Pferden, die regelmäßig auf Turnieren starten, lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem Fütterungsberater oder Tierarzt. Sie können die Ration an Wettkampfphasen und Regeneration anpassen und berücksichtigen, wie Energie- und Mineralstoffversorgung bei hoher Belastung zusammenspielen.