Futterplan für Freizeitpferde
Ein Freizeitpferd bekommt leichte Bewegung: wenige Ausritte pro Woche, Bodenarbeit oder entspanntes Training in der Halle. Für diese Belastung sieht der Futterplan anders aus als für ein Turnierpferd. Die Basis sind Gras und Heu – also Raufutter. Kraftfutter kommt nur dazu, wenn das Raufutter allein nicht ausreicht. Ein Mineralfutter gleicht aus, was Heu und Weide nicht liefern. Frisches Wasser gehört jeden Tag zur Ration; ein ausgewachsenes Pferd trinkt je nach Wetter und Arbeit 30 bis 50 Liter täglich.
Wer in dieser Reihenfolge füttert, versorgt viele Freizeitpferde richtig. Die eigentliche Herausforderung liegt bei der Menge, der Verteilung über den Tag und der Qualität des Futters. Die Produktauswahl ist selten das Problem.
Heu ist die Basis der Ration
Pferde stammen vom Steppentier ab und sind darauf ausgelegt, fast den ganzen Tag zu fressen: bis zu 16 Stunden am Tag nimmt ein Pferd Gras oder Heu auf. Wer ein Pferd in den Stall stellt, sollte dieses natürliche Verhalten so gut wie möglich nachbilden. Im Magen eines Pferdes passen nur wenige Liter, der Verdauungstrakt ist empfindlich. Deshalb funktionieren wenige große Mahlzeiten schlecht, mehrere kleine Gaben funktionieren gut.
Als Faustregel gilt: Geben Sie das Heu in mindestens drei Portionen über den Tag verteilt. Verteilen Sie das Heu auf mehrere Portionen über den Tag. So schaffen Sie längere Fresszeiten und vermeiden lange Pausen ohne Kauen.
Wie viel Heu ein Freizeitpferd braucht, können Sie grob berechnen. In der Rationsplanung geht man von etwa zwei Kilogramm Trockensubstanz pro 100 Kilogramm Körpergewicht aus. Trockensubstanz meint das Futtergewicht ohne Wasser. Ein Pferd mit normalem Körpergewicht kommt damit auf rund zwölf Kilogramm Trockensubstanz pro Tag. Wie viel Heu das in der Praxis ausmacht, hängt vom Wassergehalt des Heus ab und davon, ob das Pferd zusätzlich Weidegras frisst. Wer viel Weidegang anbietet, muss die Heumenge entsprechend verringern, sonst nimmt das Pferd zu.
Die Qualität des Heus entscheidet darüber, ob zusätzliches Kraftfutter überhaupt nötig ist. Gutes Heu erkennen Sie an einem angenehmen Geruch, einer grünen bis grüngelben Farbe und einer lockeren Struktur. Graues, staubiges oder muffig riechendes Heu sollten Sie nicht verfüttern, auch wenn der Preis verlockend ist.
Kraftfutter nur bei Bedarf
Kraftfutter umfasst energiereiche Futtermittel wie Hafer, Müsli oder Pellets. Bei leichter Arbeit und gutem Heu ist es meist überflüssig. Schafft das Pferd sein Gewicht mit Heu und Weide, braucht es kein Kraftfutter. Wer trotzdem regelmäßig eine Portion Müsli füttert, gibt unnötige Energie, die das Pferd in Fett ansetzt oder unruhig macht.
Kraftfutter brauchen Sie erst, wenn Heu und Weide den Bedarf nicht decken. Das ist zum Beispiel bei ausgedehnten Ausritten im Gelände, bei intensiveren Trainingseinheiten oder bei Pferden der Fall, die trotz großzügigem Heu sichtbar an Gewicht verlieren. Auch ältere Pferde, die Heu schlechter verwerten, gehören in diese Gruppe.
Wenn Sie Kraftfutter füttern, gelten ein paar einfache Regeln:
- Wiegen Sie die Portion ab, statt sie nach Augenmaß zu schöpfen. Die Mengenangaben auf der Verpackung beziehen sich auf Kilogramm, nicht auf Tassen.
- Teilen Sie die Kraftfuttermenge in zwei oder mehr kleine Mahlzeiten auf.
- Ändern Sie die Ration nie von einem Tag auf den anderen. Stellen Sie die Fütterung über einige Tage schrittweise um, damit der Verdauungstrakt sich an das neue Futter gewöhnen kann.
- Richten Sie sich nach der Fütterungsempfehlung des Herstellers und passen Sie die Menge an das Verhalten des Pferdes an. Ein ruhiges Pferd, das sein Gewicht hält, bekommt die untere Menge, nicht automatisch die höchste.
Kraftfutter ist kein Grundbaustein, sondern ein Werkzeug für Situationen, in denen Heu allein nicht genügt.
Mineralfutter ergänzt Heu und Gras
Heu und Weidegras decken den Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen nicht immer zuverlässig ab. Der Gehalt hängt vom Boden, dem Erntezeitpunkt und der Zusammensetzung des Grünlands ab. Ein Mineralfutter gleicht diese Unterschiede aus und sorgt für eine gleichmäßige Versorgung.
Für den täglichen Bedarf reicht ein Balance-Mineralfutter. Es enthält Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine in einem ausgewogenen Verhältnis und ist für alle Pferde gedacht, die kein spezielles Problem haben. Ein solches Mineralfutter geben Sie dauerhaft, nicht nur phasenweise. Als Orientierung nennt ein Hersteller für ein Großpferd etwa 50 Gramm pro Tag. Die genaue Menge steht auf der Verpackung des jeweiligen Produkts und richtet sich nach dem Gewicht des Pferdes.
Achten Sie darauf, nicht mehrere Mineralfutter gleichzeitig zu geben. Wer ein Balance-Mineralfutter füttert und zusätzlich ein zweites Ergänzungsfutter mit denselben Mineralstoffen, riskiert eine Überversorgung. Entscheiden Sie sich für ein Produkt, das zum Futter und zum Pferd passt, und bleiben Sie dabei.
Futtervorrat richtig lagern
Bevor Sie einen Vorrat anlegen, überlegen Sie, wie viel Futter Ihr Pferd pro Woche verbraucht. Aus dem Tagesbedarf lässt sich der Wochenbedarf rechnen, und daraus ergibt sich, ob sich ein großer Heuvorrat oder der Kauf in kleineren Mengen lohnt. Ein Vorrat ist dann sinnvoll, wenn Sie das Futter trocken und sauber unterbringen können.
Heu lagert am besten trocken, luftig und vor Bodenfeuchtigkeit geschützt. Legen Sie die Ballen nicht direkt auf den Boden, sondern auf Paletten oder eine ähnliche Unterlage. Kontrollieren Sie den Vorrat regelmäßig auf Feuchtigkeit, Schimmel und Schädlinge. Feuchtes Heu sollten Sie nicht verfüttern, sondern aussortieren.
Kraftfutter und Mineralfutter bewahren Sie in verschließbaren Behältern auf. Die Säcke gehören an einen kühlen, trockenen Ort, vor direkter Sonne geschützt und so, dass Mäuse und Ratten nicht herankommen. Beschriften Sie neue Säcke mit dem Kaufdatum und verbrauchen Sie ältere Ware zuerst, damit nichts monatelang liegen bleibt. Werden Pellets oder Müsli überlagert, verlieren sie an Qualität und können ungenießbar werden.
Ein kleiner, gut geführter Vorrat ist praktischer als ein großer, der am Ende verdirbt.