Ausrüstung fürs Reitturnier richtig zusammenstellen
Wer mit dem Pferd zu einem Turnier fährt, braucht mehr als Sattel und Trense. Dazu gehören Decken, Bandagen, Transportzubehör und die eigene Turnierkleidung. Auch der Anhänger muss technisch in Ordnung sein. Wer die Ausrüstung am Vorabend zusammenlegt und den Transport prüft, vermeidet Hektik und böse Überraschungen am Turniertag.
Turnierkleidung für Reiter und Pferd
Die Turnierkleidung des Reiters hängt von der Disziplin ab. Im Dressur- und Springreiten gehören Reithelm, Jackett, weiße oder helle Reithose, Handschuhe, eine Plastron mit Anstecknadel sowie Stiefel oder Stiefeletten mit Chaps zur Grundausstattung. Sporen sind in vielen Prüfungen erlaubt, aber nicht immer vorgeschrieben. Prüfen Sie die Ausschreibung der jeweiligen Veranstaltung, denn manche Turniere haben eigene Kleidervorschriften, etwa für die Farbe des Jacketts oder die Art der Krawatte.
Für das Pferd selbst gehört die passende Trense mit Gebiss zur Grundausstattung. Ob Sie zusätzlich eine Martingal, Gamaschen oder Bandagen verwenden dürfen, bestimmt die Prüfungsklasse. In Dressurprüfungen sind Bandagen und Gamaschen häufig nicht erlaubt, im Springen dagegen üblich. Die Ausschreibung gibt vor, was erlaubt ist. Packen Sie die Ausrüstung, die Sie für die jeweilige Prüfung benötigen, und lassen Sie alles andere im Anhänger oder in der Box.
Decken: Welche Sie wann brauchen
Die wichtigste Decke auf dem Turnier ist die Abschwitzdecke. Sie kommt direkt nach dem Reiten oder Abspritzen auf das Pferd, damit es nicht auskühlt, solange es noch nass oder verschwitzt ist. Eine leichte Fleece- oder Wolldecke genügt für den Sommer. Für kältere Tage oder lange Wartezeiten auf dem Turniergelände ist eine wärmere Decke sinnvoll, etwa eine Faserpelz- oder eine leichte Stalldecke.
Nehmen Sie außerdem eine Regendecke mit, wenn das Wetter unbeständig ist. Viele Turnierplätze bieten zwar Unterstände, aber nicht überall ist das Pferd vor Regen geschützt. Eine wasserdichte Decke hält das Pferd trocken, bis es gesattelt wird. Achten Sie darauf, dass alle Decken sauber und trocken sind, bevor Sie sie einpacken. Eine feuchte Decke kühlt das Pferd aus und verursacht Scheuerstellen.
Bandagen und Gamaschen richtig wählen
Bandagen und Gamaschen schützen die Beine des Pferdes beim Transport und beim Reiten. Für den Transport eignen sich Transportgamaschen, die das gesamte Bein von unten bis zum Karpalgelenk bedecken. Sie polstern die Beine und verhindern, dass sich das Pferd beim Stehen oder Aussteigen stößt. Alternativ können Sie auch stabile Transportbandagen mit einer dicken Polsterung verwenden. Wichtig ist, dass die Gamaschen oder Bandagen sauber und trocken sind, denn Druckstellen durch Schmutz oder Falten führen schnell zu Scheuerwunden.
Beim Reiten verwenden Sie je nach Disziplin und Bedarf andere Produkte. Im Springen sind offene oder geschlossene Vorder- und Hinterbeingamaschen üblich. Sie schützen vor Anschlägen an Hindernissen. Im Dressursport sind Bandagen aus elastischem Material verbreitet, die das Bein stützen, ohne die Bewegung einzuschränken. Achten Sie beim Anlegen darauf, dass die Bandagen gleichmäßig und ohne Falten sitzen und nicht zu fest gewickelt sind. Eine zu straffe Bandage drückt auf Sehnen und Bänder und kann mehr schaden als nützen.
Transportzubehör und Anhänger-Check
Kontrollieren Sie den Anhänger vor jeder Turnierfahrt. Prüfen Sie Bremsen, Beleuchtung, Reifen und den Bodenbelag. Ein morscher oder durchgetretener Boden ist eine Gefahr für das Pferd und kann zu schweren Verletzungen führen. Kontrollieren Sie außerdem, ob die Anhängerkupplung richtig arretiert ist und das Sicherungsseil korrekt befestigt ist.
Legen Sie im Innenraum frische Einstreu auf den Boden, damit das Pferd sicher steht und nicht ausrutscht. Hängen Sie ein Heunetz auf, damit das Pferd während der Fahrt beschäftigt ist und Futter aufnehmen kann. Hängen Sie das Heunetz so auf, dass sich das Pferd nicht mit den Beinen darin verfangen kann. Sorgen Sie auch für gute Belüftung, besonders bei warmem Wetter. Öffnen Sie die Lüftungsklappen oder das Fenster, damit genug Frischluft in den Anhänger gelangt.
Planen Sie die Route am Vorabend und speichern Sie die Adresse des Turnierplatzes im Navigationsgerät. Prüfen Sie, ob auf der Strecke Baustellen oder Straßensperrungen zu erwarten sind. Planen Sie genügend Zeit für das Beladen ein, besonders wenn Ihr Pferd nicht gerne in den Anhänger geht. Wer unter Zeitdruck steht, macht Fehler und stresst das Pferd zusätzlich.
Rechtliche Pflichten beim Pferdetransport
Seit kurzem müssen Wohnmobile über 7,5 Tonnen, die einen Anhänger ziehen, mit einem digitalen Fahrtenschreiber ausgestattet sein. Das betrifft auch Teilnehmer im Pferdesport, die mit einem großen Wohnmobil und einem Pferdeanhänger unterwegs sind. Der Fahrtenschreiber erfasst Fahrzeiten, Grenzübertritte und den Standort während des Be- und Entladens. Die technischen Anforderungen sind in der EU-Durchführungsverordnung 2016/799 festgelegt.
Wer mit einem solchen Gespann ohne Fahrtenschreiber fährt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 1.500 Euro. Außerdem müssen Fahrer die Lenk- und Ruhezeiten einhalten und eine Fahrerkarte mitführen, mit der die Daten des Fahrtenschreibers dokumentiert werden. Informieren Sie sich vor der ersten Turnierfahrt, ob Ihr Gespann unter diese Regelung fällt. Bei einem normalen Pkw mit Anhänger unter einer bestimmten Gewichtsgrenze ist kein Fahrtenschreiber nötig.
Achten Sie außerdem auf das zulässige Gesamtgewicht Ihres Anhängers. Überladung ist ein Sicherheitsrisiko und kann mit Bußgeldern geahndet werden. Wiegen Sie Ihr Gespann bei Unsicherheit auf einer geeigneten Waage, bevor Sie losfahren.