Die passende Pferdedecke für Stall und Weide finden

Ob ein Pferd eine Decke braucht, hängt von Rasse, Fell, Alter, Gesundheit, Haltung, Nutzung und Klima ab. Keine Decke passt für alle Pferde. Entscheidend ist, was das einzelne Pferd gerade braucht. Wer das klärt, vermeidet die zwei häufigsten Fehler: zu viel Decke verursacht Wärmestau, zu wenig Decke lässt das Pferd frieren.

Wann ein Pferd überhaupt eine Decke braucht

Robuste Rassen mit dichtem Winterfell, Herdenpferde, die ganzjährig auf der Weide stehen, ungeschorene Pferde im Offenstall, junge gesunde Tiere und Pferde in mildem Wetter kommen meist ohne Decke aus. Ihr Fell und die Bewegung in der Gruppe reichen aus, um Kälte und Nässe zu begegnen.

Eine Decke ist meist nötig bei geschorenen Pferden, alten oder kranken Tieren, Rassen mit dünnem Fell wie Vollblütern und nach dem Sport, wenn das Pferd auskühlen soll. Pferde mit Sommerekzem tragen eine spezielle Ekzemdecke. Sie dient nicht der Wärme, sondern schützt vor Insekten.

Die Entscheidung treffen Sie immer am einzelnen Tier. Ein gesundes, gut genährtes Pferd in der Herde verträgt Winterwetter besser als ein einzelnes, geschorenes Pferd im Stall. Beobachten Sie, ob das Pferd zittert, sich kuschelt oder unruhig steht. Prüfen Sie regelmäßig, ob es unter der Decke schwitzt.

Die drei wichtigsten Deckentypen

Die Abschwitzdecke besteht aus Fleece oder Baumwolle und hat keine Füllung. Sie lässt das Pferd nach dem Sport oder Waschen trocknen, ohne dass es auskühlt. Sobald das Fell trocken ist, kommt sie ab, denn sie isoliert nicht dauerhaft.

Die Outdoordecke ist für die Weide gedacht. Sie schützt vor Wind, Regen und Schnee. Sie ist wasserabweisend und atmungsaktiv, damit das Pferd auch bei Anstrengung nicht schwitzt.

Die Stalldecke wärmt im Stall, wo kein Wind- und Regenschutz nötig ist. Sie besteht meist aus robustem Außenmaterial und einer Füllung. Bei sehr kalter Witterung tragen Pferde sie oft über einer dünneren Decke.

Denier, Wassersäule und Grammatur verstehen

Drei Angaben entscheiden bei fast jeder Pferdedecke über ihre Eignung: Denier, Wassersäule und Gramm-Füllung.

Denier beschreibt die Stärke der Garne im Außenstoff. Ein Denier entspricht einem Gramm pro 9.000 Meter Faden. Je höher der Denier-Wert, desto reißfester ist das Gewebe. Eine Weidedecke mit hohem Denier hält rauem Umgang in der Herde und dornigen Büschen besser stand als eine leichte Stall- oder Abschwitzdecke.

Die Wassersäule gibt an, wie dicht das Material gegen Wasser ist. Gemessen wird, wie hoch eine Wassersäule auf dem Stoff stehen kann, bevor er durchlässig wird. Je höher der Wert in Millimetern, desto wasserdichter die Decke. Eine reine Stalldecke braucht keine hohe Wassersäule. Eine Outdoordecke für Dauerregen braucht sie dagegen schon.

Die Gramm-Füllung benennt die Menge des Füllmaterials pro Quadratmeter. Mehr Füllung bedeutet mehr Wärmeleistung. Eine leichte Übergangsdecke hat wenig Füllung, eine starke Winterdecke viel. Die passende Grammatur hängt davon ab, ob das Pferd geschoren ist und ob es im Stall oder auf der Weide steht.

Zu viel oder zu wenig Decke

Eine falsch gewählte Decke schadet doppelt. Deckt man zu dick ein, staut sich Wärme unter dem Stoff. Das Pferd schwitzt und erkältet sich schnell, wenn es später abkühlt. Deckt man zu dünn ein, kühlt das Pferd aus. Beides erkennen Sie am Verhalten des Tieres und an der Haut unter der Decke.

Ein Pferd mit Wärmestau hat feuchtes Fell und sucht kühlere Bereiche im Stall. Ein frierendes Pferd zittert, zieht sich zusammen und steht unruhig. Prüfen Sie bei jeder Deckenwahl, ob die Füllung zum Zustand des Pferdes passt, nicht zum Kalender. Ein ungeschorenes Robustpferd braucht auch im Januar keine dicke Winterdecke. Ein geschorenes Sportpferd kann schon bei zehn Grad eine dünne Decke benötigen.

Pflege der Decke

Damit eine Decke lange hält und das Pferd nicht scheuert, braucht sie regelmäßige Pflege. Verschmutzte Decken waschen Sie im Frühjahr und Herbst und trocknen sie gründlich, bevor Sie sie lagern. Vor dem Waschen entfernen Sie groben Schmutz und schließen alle Verschlüsse. Risse in Außenstoff oder Futter reparieren Sie, bevor die Decke wieder auf dem Pferd liegt, sonst entstehen Druckstellen.

Nach jedem Tragen lohnt ein kurzer Blick auf die Innenseite. Dreck, Falten oder ein verrutschtes Futter reiben am Widerrist und führen zu wunden Stellen. Eine gut sitzende Decke, die sauber und trocken gelagert wird, hält mehrere Saisons.