Vogelzubehör fürs Haus

Vögel fliegen in der Natur täglich viele Kilometer und verbringen Stunden mit der Nahrungssuche. In Menschenobhut entscheidet die Ausstattung, ob Vögel gesund bleiben oder unter Bewegungsmangel, falscher Ernährung und Langeweile leiden. Das gilt besonders für Wellensittiche, die in Deutschland zu den beliebtesten Heimtieren zählen.

Die richtige Käfiggröße

Die häufigste Fehlentscheidung bei der Vogelhaltung betrifft die Käfiggröße. Vögel brauchen in menschlicher Obhut so viel Platz, Bewegungsfreiheit und Beschäftigung wie möglich. In der Natur leben sie in Schwärmen und verbringen viel Zeit mit der Nahrungssuche. Ein Käfig, der nur zum Schlafen und Übernachten reicht, ist zu klein. Als Faustregel gilt: Je größer der Käfig, desto besser, und je mehr Zeit der Vogel täglich außerhalb des Käfigs verbringen kann, desto ausgeglichener wird er.

Bei der Käfigwahl kommt es auf mehrere Punkte an. Der Abstand zwischen den Gitterstäben muss so bemessen sein, dass der Vogel nicht mit dem Kopf stecken bleiben kann. Der Käfig sollte an einem hellen Ort ohne direkte Zugluft stehen, nicht in der Küche. Dort schaden Dämpfe und Kochgerüche den empfindlichen Vögeln. Und er sollte so stehen, dass der Vogel einen Rückzugsort findet, wenn ihm die Umgebung zu unruhig wird.

Sitzstangen und Naturholz

Sitzstangen sind das Fundament für gesunde Vogelfüße. Glatte Kunststoffstangen lassen sich leicht reinigen, führen aber auf Dauer zu Druckstellen an den Fußsohlen, weil sie dem Fuß keine Abwechslung bieten. Besser sind Naturholzäste mit unterschiedlichen Durchmessern, an denen der Vogel seine Krallen abnutzen und die Greifmuskulatur trainieren kann. Obstbaumzweige von Apfel, Birne oder Haselnuss eignen sich gut, solange sie unbehandelt und frei von Schadstoffen sind.

Achten Sie darauf, dass die Sitzstangen in verschiedenen Höhen und Stärken montiert sind. Ein Vogel, der immer auf demselben Durchmesser sitzt, belastet seine Füße einseitig. Zusätzlich hilft ein spezieller Kalk- oder Mineralstein, an dem der Vogel seinen Schnabel wetzen und gleichzeitig Nährstoffe aufnehmen kann.

Futter- und Trinknäpfe

Zum Füttern und Tränken von Vögeln im Käfig bieten Shops wie der OnlineTierbedarf Futternäpfe und Trinkflaschen an, die sich leicht am Käfiggitter befestigen und zur Reinigung abnehmen lassen. Viele Futternäpfe bestehen aus robustem Edelstahl, der hygienisch bleibt und sich gut auskochen lässt. Transparente Kunststoff-Tränken haben den Vorteil, dass Sie den Wasserstand schnell ablesen können, ohne den Napf herausnehmen zu müssen.

Achten Sie auf die Größe: Ein zu kleiner Napf muss mehrmals täglich befüllt werden, was bei berufstätigen Haltern schnell zum Problem wird. Besser sind Modelle, die für einen Tag Futter fassen, aber so konstruiert sind, dass der Vogel nicht hineinkoten kann. Stellen Sie Futter- und Wassernäpfe nicht direkt unter Sitzstangen auf, sonst landen Kot und Futterreste im Wasser.

Beschäftigung und Spielzeug

Vögel sind intelligente Tiere, die ohne Beschäftigung Verhaltensstörungen entwickeln. In der Natur verbringen sie Stunden mit der Suche nach Nahrung, dem Knabbern an Zweigen und der Kommunikation mit Artgenossen. In der Wohnung übernehmen Spielzeuge diese Aufgaben. Achten Sie auf Spielzeug aus unbehandeltem Holz, Lederstreifen, Naturfasern oder Pappe, das der Vogel zerkleinern und zerstören kann. Plastikspielzeug mit Kleinteilen gehört nicht in den Käfig. Vögel können daran ersticken oder sich verschlucken.

Besonders bewährt haben sich Beschäftigungsmöglichkeiten mit Futter: Futterglocken, in denen der Vogel Körner picken muss, oder Spielzeuge, in die man Leckerlis verstecken kann. Solche Gegenstände ersetzen die Nahrungssuche in der Natur und halten den Vogel geistig fit. Wechseln Sie das Spielzeug regelmäßig aus, denn ein Gegenstand, der wochenlang unverändert im Käfig hängt, verliert seinen Reiz.

Hygiene und Pflege

Zur Grundausstattung gehört auch das passende Reinigungszubehör. Futternäpfe sollten täglich mit heißem Wasser und einer Bürste gereinigt werden, Trinkgefäße ebenfalls. Einmal pro Woche empfiehlt sich eine gründliche Reinigung mit einem für Vögel geeigneten Reinigungsmittel, das keine Rückstände hinterlässt. Käfigschalen und Gitterstäbe brauchen ebenfalls regelmäßige Pflege, denn Kot und Futterreste sind ein Nährboden für Bakterien und Pilze.

Für die Vogelpflege gibt es spezielle Sandbäder oder flache Schalen mit Vogelsand, in denen sich die Tiere baden können. Das hält das Gefieder geschmeidig und hilft beim Entfernen von Schmutz. Achten Sie darauf, dass das Badewasser nicht zu kalt ist und der Vogel nach dem Baden nicht in Zugluft gerät.

Vor der Anschaffung

Bevor Sie Zubehör kaufen, sollten Sie sich über die Bedürfnisse der jeweiligen Vogelart informieren. Wellensittiche sind Schwarmtiere und sollten nicht alleine gehalten werden, da sie sonst unter Einsamkeit leiden. In Gefangenschaft erreichen sie durchschnittlich nur fünf bis acht Jahre statt der natürlichen zehn bis fünfzehn Jahre. Häufig liegt das an Gesundheitsproblemen durch Inzucht. Das bedeutet: Wer einen Vogel kauft, sollte sich über die Herkunft des Tieres informieren und auf Züchter setzen, die Wert auf gesunde, nicht überzüchtete Tiere legen.

In der Europäischen Union ist der Handel mit wild gefangenen Vögeln seit vielen Jahren verboten. Wellensittiche sind domestiziert und werden in verschiedenen Farbvarianten gezüchtet. Das schützt die Wildbestände, aber auch domestizierte Vögel brauchen artgerechte Bedingungen. Ein Käfig allein genügt nicht, der Vogel braucht täglich Freiflug in einem abgesicherten Raum, in dem keine Gefahren wie offene Fenster, heiße Herdplatten oder andere Haustiere lauern.