Futter für junge Wohnungskatzen
In den ersten zwölf Monaten wachsen Skelett, Muskulatur und Immunsystem junger Katzen. Dafür brauchen sie andere Nährstoffe als erwachsene Tiere. Reine Wohnungskatzen bewegen sich weniger als Freigänger und brauchen deshalb weniger Energie. Wer die Zusammensetzung des Futters und die Futtermenge an den tatsächlichen Bedarf anpasst und die Vorräte richtig lagert, füttert sein Kitten ausgewogen und beugt späteren Gewichtsproblemen vor.
Warum Jungkatzenfutter kein Marketing ist
Kittenfutter unterscheidet sich von normalem Katzenfutter in der Zusammensetzung. Junge Katzen brauchen mehr Protein, um Muskelmasse aufzubauen, und einen höheren Anteil an Kalzium und Phosphor für das Knochenwachstum. Auch der Energiegehalt liegt höher, weil der Stoffwechsel in der Wachstumsphase schneller arbeitet. Bekommt ein Kitten dauerhaft Erwachsenenfutter, nimmt es zu wenig von diesen Nährstoffen auf. Das kann zu Wachstumsstörungen führen, die sich später nicht mehr korrigieren lassen.
Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung. Futter, das als "Wachstum" oder "Kitten" deklariert ist, erfüllt die Nährstoffprofile, die für diese Lebensphase empfohlen werden. Bei Zweifel hilft ein Blick auf die Analyse: Ein hoher Rohproteingehalt und ein ausgewogenes Kalzium-Phosphor-Verhältnis sind gute Anhaltspunkte. Hochwertige Marken geben diese Werte auf der Verpackung an.
Energiebedarf von Wohnungskatzen
Eine Wohnungskatze verbraucht weniger Energie als eine Katze mit Freigang. Sie klettert weniger, jagt nicht und legt täglich nur wenige hundert Meter zurück. Trotzdem gilt in den ersten Monaten: Das Wachstum hat Vorrang. Ein Kitten, das täglich zunimmt und aktiv spielt, braucht die volle Ration. Erst wenn die Katze ausgewachsen ist, etwa ab dem zwölften Monat, wird der Energiebedarf spürbar geringer, weil dann nur noch der Erhaltungsbedarf gedeckt werden muss.
Die Übergangsphase ist nicht immer leicht zu erkennen. Viele Katzen sind mit neun bis zwölf Monaten ausgewachsen, aber nicht alle. Kastrierte Tiere haben zusätzlich einen niedrigeren Grundumsatz. Wer unsicher ist, ob das eigene Tier noch wächst oder schon in die Erhaltungsphase übergeht, sollte die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung mit dem tatsächlichen Gewicht abgleichen. Die meisten Hersteller geben an, für welches Gewicht welche Tagesmenge gedacht ist.
Nassfutter, Trockenfutter oder beides
Beide Futterarten haben Vor- und Nachteile. Für junge Wohnungskatzen ist eine Mischung oft am praktischsten. Nassfutter liefert viel Flüssigkeit, was die Nieren entlastet und besonders bei Katzen wichtig ist, die wenig trinken. Es ist außerdem kalorienärmer pro Gramm, sodass die Katze eine größere Menge fressen kann, ohne zu viel Energie aufzunehmen. Trockenfutter ist bequem, weil es nicht so schnell verdirbt und sich gut für eine Fütterung zwischendurch eignet. Es hat aber einen geringeren Wassergehalt und einen höheren Energiegehalt pro Gramm.
Für Wohnungskatzen, die ohnehin wenig trinken, sollte Nassfutter den größeren Teil der Ration ausmachen. Trockenfutter können Sie als Ergänzung anbieten, etwa morgens, wenn Sie das Haus verlassen. Achten Sie darauf, dass immer frisches Wasser bereitsteht, besonders wenn Trockenfutter auf dem Speiseplan steht. Ein Trinkbrunnen motiviert viele Katzen, mehr zu trinken als aus einer Schüssel.
Fütterungsmenge und -häufigkeit
Junge Katzen haben einen kleinen Magen, aber einen hohen Bedarf. Deshalb sind mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt besser als zwei große Portionen. In den ersten Monaten füttern Sie idealerweise vier bis fünf Mal täglich, ab dem sechsten Monat reichen drei Mahlzeiten. Die genaue Menge steht auf der Verpackung, aber diese Angaben sind Richtwerte. Entscheidend ist die Entwicklung des Körpergewichts: Nimmt das Kitten stetig zu und sind die Rippen leicht zu fühlen, aber nicht zu sehen, stimmt die Ration. Ist die Katze zu dünn oder zu rund, passen Sie die Menge in kleinen Schritten an.
Ein häufiger Fehler ist, die Menge nach Augenmaß zu dosieren. Verwenden Sie stattdessen eine Küchenwaage oder einen Messbecher, um die Tagesration abzumessen. So vermeiden Sie, dass die Katze über Wochen zu viel bekommt, ohne dass es auffällt. Gerade bei Wohnungskatzen, die sich wenig bewegen, setzt sich Übergewicht schnell an.
Vorräte richtig lagern
Wer eine junge Wohnungskatze hat, kauft Futter oft in größeren Mengen, um nicht ständig einkaufen zu müssen. Dabei gibt es ein paar Regeln, damit das Futter frisch bleibt. Trockenfutter gehört in einen luftdichten Behälter, am besten aus Metall oder festem Kunststoff, und sollte kühl und trocken stehen. Die Originalverpackung können Sie mit hineinlegen, denn sie enthält die Chargennummer und das Mindesthaltbarkeitsdatum. Direkte Sonneneinstrahlung und Wärme lassen die Fette im Trockenfutter schneller ranzig werden.
Nassfutter in Dosen oder Schalen sollten Sie ebenfalls kühl lagern. Angebrochene Dosen gehören in den Kühlschrank und sind dort ein bis zwei Tage haltbar. Füttern Sie Reste nicht direkt aus dem Kühlschrank, sondern lassen Sie sie kurz auf Zimmertemperatur kommen, denn Katzen bevorzugen lauwarmes Futter. Bei Schalen mit Portionsgröße entfällt dieses Problem, weil Sie nur öffnen, was Sie sofort verfüttern.
Ein praktischer Tipp für den Alltag: Kaufen Sie eine Mischung aus Nass- und Trockenfutter, sodass Sie bei knapper Zeit immer eine Alternative haben. Wenn das Nassfutter aufgebraucht ist, überbrückt Trockenfutter einen Tag, ohne dass die Katze hungern muss. Achten Sie aber darauf, dass die Umstellung nicht zu abrupt erfolgt, sonst reagiert der empfindliche Magen eines Kittens mit Durchfall.