Aquarium einrichten: Grundlagen für Einsteiger
Ein Aquarium ist ein geschlossenes System: Fische, Pflanzen und Bakterien teilen sich einen engen Raum, und Sie müssen dieses Gleichgewicht selbst herstellen. Einrichtungsfehler rächen sich später, etwa durch Wasser, das dauerhaft kippt, oder kranke Fische. Planen Sie deshalb vor dem Kauf und nehmen Sie sich Zeit für die Einfahrphase.
Planung vor dem Kauf
Bevor Sie ein Becken kaufen, sollten Sie festlegen, welche Fische und Pflanzen darin leben sollen. Die Größe des Aquariums richtet sich nach den Tieren, nicht umgekehrt. Ein kleineres Becken mit wenigen, passenden Fischen ist für Einsteiger deutlich einfacher zu pflegen als ein großes, dicht besetztes.
Ein entscheidender Punkt ist das Gewicht. Ein Liter Wasser wiegt genau ein Kilogramm. Das Wasser allein bringt also schon viel Gewicht auf die Waage. Dazu kommen Bodengrund, Steine und das Glas selbst. Der Standort muss dieses Gewicht dauerhaft tragen können.
Der richtige Standort
Stellen Sie das Aquarium auf eine stabile, ebene Fläche, die das Gewicht aushält. Prüfen Sie vorher, ob der Boden an der Stelle geeignet ist und ob Sie an eine Steckdose herankommen, damit Filter, Heizung und Beleuchtung versorgt sind.
Vermeiden Sie einen Platz direkt am Fenster mit starker Sonneneinstrahlung. Sonnenlicht fördert das Algenwachstum und heizt das Wasser auf, beides erschwert die Pflege. Ein ruhiger Ort ohne ständige Erschütterungen ist besser, denn die Technik und die Tiere reagieren empfindlich auf Störungen.
Das Becken einrichten
Waschen Sie den Bodengrund gründlich, bevor Sie ihn einsetzen, bis das Wasser klar bleibt. Danach füllen Sie das Becken langsam mit Wasser, am besten über einen Teller oder eine Schale, damit der Bodengrund nicht aufgewirbelt wird.
Verwenden Sie für die Dekoration nur Materialien, die für Aquarien geeignet sind. Steine und Wurzeln dürfen keine scharfen Kanten haben, an denen sich Fische verletzen. Echte Pflanzen sind mehr als Deko: Sie nehmen Nährstoffe aus dem Wasser auf und bieten den Tieren Rückzugsorte. Sie brauchen allerdings ausreichend Licht und gelegentlich Pflege.
Die Einfahrphase
Ein frisch eingerichtetes Aquarium enthält fast keine Bakterien. Es fehlen die Bakterien, die die Ausscheidungen der Fische abbauen. In der Natur übernehmen große Wassermengen und dicke Sedimentschichten diese Aufgabe. Im Aquarium müssen Sie das Gleichgewicht künstlich aufbauen.
Der Abbau läuft in mehreren Schritten: Fische produzieren mit Kot und Futterresten Ammoniak, das giftig ist. Bakterien wandeln Ammoniak in Nitrit um, das ebenfalls giftig ist. Weitere Bakterien wandeln Nitrit in Nitrat um, das in geringen Mengen von Pflanzen aufgenommen und durch regelmäßigen Teilwasserwechsel entfernt wird. Solange die ersten beiden Bakterienarten noch nicht ausreichend vorhanden sind, steigen Ammoniak und Nitrit im Wasser an.
Diese Einfahrphase dauert mehrere Wochen. In dieser Zeit sollten Sie die Wasserwerte regelmäßig testen, also Ammoniak, Nitrit und Nitrat messen. Erst wenn Ammoniak und Nitrit dauerhaft bei null liegen, ist das Becken bereit für die ersten Fische.
Warum Geduld sich auszahlt
Wer die Einfahrphase abkürzt und sofort Fische einsetzt, riskiert kranke Tiere und instabile Wasserwerte. Die Tiere leiden unter den giftigen Stoffen, und ein Zusammenbruch des Systems ist schwer zu korrigieren. Auch spätere Fehler, etwa ein falscher Bodengrund oder eine ungeeignete Deko, lassen sich nur mit viel Aufwand rückgängig machen.
Setzen Sie die ersten Fische nach und nach ein, nicht alle auf einmal. So bleibt die Belastung für das junge Bakteriensystem gering, und das Becken hat Zeit, sich an die neuen Bewohner zu gewöhnen.